In den letzten Tagen und Wochen erreichen uns vermehrt Anfragen von etwas verunsicherten Menschen, die sich zum ersten Mal seit längerer Zeit mit der Frage der Stellensuche bzw. des Arbeitgeberwechsels beschäftigen. Die Bandbreite der gestellten Frage reicht von “Wie kommt man in die Datenbank eines Personalberaters” bis hin zu “Können Sie mir sagen, wie und wo ich am besten nach neuen Stellen suchen kann?”. Wir geben uns Mühe, allen zu helfen. Dabei stellen wir immer wieder fest, dass es im Rahmen kurzer Telefonate oder E-Mails unmöglich ist, die Vielfalt der Möglichkeiten im Internet, nachhaltig zu vermitteln. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, eine umfassende Anleitung zur Stellensuche im Internet zu veröffentlichen.
Anleitung Stellensuche
1. Was für eine Stelle suche ich eigentlich?
Vorbereitung ist die halbe Miete. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um diese Frage, möglichst schriftlich (stichpunktartig), zu beantworten. Machen Sie sich genauestens Gedanken über alternative Stellen- und Berufsbezeichnungen, mögliche Branchen, Bereiche und Arbeitsorte. Andernfalls laufen Sie Gefahr, dass Sie passende Stellenangebote verfehlen, nur weil Sie bei Ihrer Stellensuche und der potentielle Arbeitgeber bei der Stellenausschreibung jeweils unterschiedliche Begriffe verwenden, aber dasselbe meinen. Je nach Ausbildung, Beruf und Ambitionen sollten Sie am Ende eine mehr oder minder lange Liste mit Stichpunkten haben, die Sie nun bei alle weiteren Schritten begleiten wird.
Zur Verdeutlichung ein kleines Beispiel:
Stellen- bzw. Berufsbezeichnung:
Bauingenieur
Dipl.-Ing. Bau
Diplom-Ingenieur Bau
…
Bereich:
Tiefbau
Strassenbau
Tief- und Strassenbau
…
Ort:
Hamburg
Kaltenkirchen
Quickborn
…
Im Klartext bedeutet eine nachlässige Vorbereitung, dass Sie von vielen für Sie interessanten Stellen gar nicht erfahren, und von Anfang an keine Chance haben diese Stellen zu bekommen!
2. Welche Methoden der Online – Stellensuche gibt es ?
Ähnlich wie bei der Personalsuche unterscheiden wir bei der Stellensuche die aktive Online -Stellensuche und die passive Online -Stellensuche. Aktive Stellensuche bedeutet, dass Sie selbst aktiv nach Stellenangeboten oder interessanten Unternehmen suchen. Unter der passiven Stellensuche verstehen wir alle Maßnahmen, die dazu führen, dass Ihre Daten bzw. Ihr Profil, von potentiellen Arbeitgebern oder Personalberatern gefunden werden kann. Wer mit seiner Stellensuche erfolgreich sein will, sollte grundsätzlich beide Wege für sich nutzen.
3. Passive Stellensuche
Es empfiehlt sich mit der passiven Stellensuche zu beginnen, da diese Maßnahmen, einmal umgesetzt, während Ihrer aktiven Stellensuche ununterbrochen und “eigenständig” für Sie arbeiten.
Wir können nicht oft genug wiederholen, dass man bei der Entscheidung, wie und wo man seine Daten im Internet unterbringt, die anderen Seite – die Personalsuchenden – vor Augen haben sollte. Wie mache ich es dem Arbeitgeber möglichst einfach, mich zu finden? Auf jeden Fall nicht dadurch, dass Sie Ihren Lebenslauf im ersten Schritt in einigen von über 1000 Jobbörsen in Deutschland “verstecken” und hoffen, dass Ihr Traumarbeitgeber gerade da nach Ihnen sucht und womöglich auch noch Geld für den Zugang zu der Profildatenbank bezahlt.
Aus unserer Sicht macht es Sinn, mit den Maßnahmen zu beginnen, die am schnellsten zu einer Erfassung Ihres Profils durch Suchmaschinen, wie Google, Yahoo oder MSN führen. Denn wo glauben Sie fangen die auf Effizienz bedachten Personaler und Personalberater Ihre Suche an? Genau da, wo die meisten von Ihnen die Stellensuche beginnen…(sollten).
Schritt 1: Lebenslauf / Profil ins WWW Stellen
Erstellen Sie Ihre eigene kleine Internetseite und veröffentlichen Sie dort Ihr Profil als Text und mit .DOC oder .PDF-Anhang. Dank bedienerfreundlicher Baukastensysteme geht das heute wesentlich einfacher und schneller als Sie wahrscheinlich denken. Grundsätzlich stehen Ihnen zu diesem Zweck drei einfache Möglichkeiten zur Verfügung:
1.) Websites für Online-Bewerbungen
Die einfachste Möglichkeit Ihr Profil ins Netz zu stellen, bieten spezielle (meist kostenlose) Angebote, mit deren Hilfe man sehr schnell und unkompliziert eine vollständige Online-Bewerbungsmappe erstellen und veröffentlichen kann. Unter “veröffentlichen” verstehen wir die Auffindbarkeit Ihrer Online-Bewerbungsmappe durch Websuchmaschinen wie z.B. Google. Achten Sie bei der Wahl des Angebots daher unbedingt darauf, ob es möglich ist, Ihr Profil für Suchmaschinen zugänglich zu machen. Meistens bekommt man das mit einem kurzen Test heraus. Geben Sie im Google-Suchfeld einfach site:ihranbieter.de ein, und klicken Sie sich anschließend durch die Ergebnisse. Befinden sich darunter die Profile anderer Personen, können Sie davon ausgehen, dass auch Ihr Profil später so gefunden werden kann. Im Zweifel schreiben Sie einfach die Betreiber an und fragen Sie nach.
Ein aus unserer Sicht empfehlenswertes Angebot, momentan allerdings noch englischsprachig, ist VisualCV.com. Emurse.com ist eine weitere Alternative. Im deutschsprachigen Internet gibt es zwar bereits einige ähnliche Angebote, leider werden die dort erstellten Profile unseres Wissens nach bisher nicht für Suchmaschinen zugänglich gemacht. Sollten Sie erfreulicherweise gegenteilige Informationen haben, teilen Sie die bitte mit uns.
2.) Website-Baukasten
Die zweite Möglichkeit zur Veröffentlichung Ihres beruflichen Profils sind bedienerfreundliche Baukastensysteme zur Erstellung von Internetseiten. Die gibt es inzwischen von verschiedenen Anbietern, die Ihnen häufig auch gleich den nötigen Speicherplatz kostenlos zur Verfügung stellen. Google bietet z.B. ein sehr einfaches Baukastensystem, mit dem auch absolute Neulinge schnell zurechtkommen werden. Verglichen mit der ersten Möglichkeit ist diese Variante eher erfahreneren Internet Nutzern zu empfehlen. Wenn Sie MS-Word durchführen können, und den nötigen Willen besitzen sollte es Ihnen unter Beachtung der FAQs gelingen, Ihren Lebenslauf mittels eines solchen Website-Baukastens ins Netz zu stellen.
Haben Sie Ihre Bewerbungsunterlagen online veröffentlicht, können Sie diese in der anschließenden aktiven Suchphase immer wieder benutzen und sind gleichzeitig für andere auffindbar.
Abschließend noch ein Hinweis für alle die es ganz gründlich machen wollen. Vergessen Sie den Microbloggingdienst Twitter nicht. Twitter.com ist inzwischen eine sehr populäre Website, die auch von Suchmaschinen sehr “gemocht” wird. (Ausführlichere Hintergründe zum Thema in unserem Artikel zu Twitter.). Nachdem Ihr Profil Online ist, kann nicht schaden, wenn Sie sich einen Twitter Account anlegen und dort unter Angabe von ein paar wichtigen Stichworten einen Link auf Ihr frisch veröffentlichtes Online-Profil zu posten: “ Suche Job / Stelle / … als Bauingenieur / Dipl.- Ing. Bau … in Hamburg. Bewerbung / Lebenslauf / Profil unter http://xyz.de/meinprofil“.
Schritt 2: Profile in sozialen Netzwerken
Soziale Online-Netzwerke sind seit einigen Jahren fester Bestandteil des Geschäftslebens. Es ist eine Frage der Zeit, bis Sie die klassischen (Riesen-)Stellenbörsen ablösen.
Für Ihre Zwecke eignen sich am besten die professionellen Netzwerke, wie Xing oder seit neuestem auch LinkedIn. Die verschiedenen Netzwerke sind strukturell i.d.R. ähnlich aufgebaut und unterscheiden sich lediglich hinsichtlich iher Zielgruppen und zusätzlicher Optionen, wie z.B das Einbinden von PDFs, Präsentationen u.ä. in Ihr Profil.
Die Kernfunktion und -aufgabe ist jedoch in jedem Fall das Anlegen eines ausführlichen Profils. Auch hier gilt es, es den Arbeitgebern einfach zu machen Sie zu finden und schnell einzuschätzen. Wie in einem guten Lebenslauf, sollte in Ihrem Profil etwas mehr stehen, als nur Firmennamen und Zeiträume. Wesentlich sind Angaben zu Ihren Tätigkeit, in denen Sie unbedingt berufsbezogene bzw. -spezifische Stichpunkte unterbringen sollten, damit Sie einfacher zu finden sind. Es ist empfehlenswert in Ihrem sozialen Netzwerk-Profil einen Verweis auf Ihre Online-Bewerbung unterzubringen und das Netzwerk-Profil für Websuchmaschinen zu öffnen.
Ansonsten finden Sie in sozialen Online-Netzwerken vermehrt Diskussionsgruppen, die professionelle Schwerpunkte haben. Es kann durchaus Sinn machen, sich nach geeigneten Gruppen umzuschauen, um sich dort vorzustellen und einen Verweis auf das eigene Profil und/oder Online-Bewerbung zu hinterlassen. Unter Umständen liest dort jemand mit, der gerade einen Mitarbeiter mit Ihrem Profil sucht.
Einige Online-Netzwerke betreiben ferner auch eine netzwerkinterne Stellenbörse, auf der Sie sich nach passenden Angeboten umsehen können.
Schritt 3: Profile in Stellenbörsen und Portalen
Wenn Sie die ersten zwei Schritte umgesetzt haben, haben Sie jetzt bereits eine gute Grundlage geschaffen, die ohne Ihr weiteres Zutun 24 Stunden am Tag für Sie arbeitet. Im nächsten Schritt sollten Sie sich nun dem “dunklen Wald” der Stellenbörsen widmen. Bei über 1000 Stellenbörsen fällt es schwer, einen allgemeingültigen Rat zu geben. Insofern Sie nichts dem Zufall überlassen wollen, sollten Sie sich im Rahmen Ihrer Stellensuche aber in jedem Fall mit mehreren Stellenbörsen auseinander setzen.
Versuchen Sie im ersten Schritt, die für Sie relevanten Nischenangebote zu finden. Es gibt inzwischen für fast jede Branche spezialisierte Stellenbörsen (oft mit angeschlossenen Profildatenbanken), von denen man als Stellensuchender normalerweise nichts weiss. Nischenbörsen sind gut, weil Sie den Personalsuchenden meistens bekannt sind, weil der Zugang zu den Profildatenbanken für die Personalsuchenden preiswert sind, und weil Sie in einer kleineren spezialisierten Datenbank höhere Chancen haben gefunden zu werden, als in den Millionendatenbanken der branchenübergreifenden Marktführer. Gehen Sie also erst dann zu den Großen, wenn Sie alle passenden Nischenbörsen und die für Arbeitgeber möglichst kostengünstigen Angebote abgearbeitet haben.
Stellen Sie sich stets die Frage:”Wo sucht der Ihnen unbekannte mittelständische, inhabergeführte Marktführer aus dem Bereich Maschinenbau zuerst nach mir. In einer aus der Werbung bekannten Jobbörse, wo man monatlich 500-1000 € für den Zugang zu den Bewerberprofilen zahlen muss? Oder vielleicht doch eher in einem kleinen Nischenportal mit einem kostenlosen Forum, das ihm von Bekannten aus der Branche empfohlen wurde.”
Und genau da, muß Ihr Profil in der Datenbank und in der Liste mit Stellengesuchen als aller erstes zu finden sein, natürlich mit einem deutlichen Verweis auf Ihre Online-Bewerbung.
Wenn Sie die bisher erläuterten Tipps befolgt haben, arbeiten Ihre Daten bereits fleißig für Sie und verbreiten sich wie von alleine im WWW. Sie haben nun Zeit und Ruhe, sich auf die gezielte aktive Suche nach passenden Stellenausschreibungen zu konzentrieren.
Im Rahmen der aktiven Stellensuche gibt es drei Schritte:
1. Suchen Sie nach passende Stellenangeboten
2. Suchen Sie nach Firmen, die an Ihnen interessiert sein könnten
3. Erkundigen Sie sich bei Personalberatern /-Vermittlern und bewerben Sie sich initiativ
Schritt 4: Aktive Suche nach passenden Stellenangeboten
Hierbei fängt man am Besten mit dem Medium an, das die meisten Stellenangebote erfasst. So erhält man logischerweise am schnellsten einen Eindruck der Marktlage. Nehmen Sie Ihre Stichpunktliste bilden Sie verschiedene Kombinationen aus 2 bis 4 Stichpunkten (“Stellenangebot Bauingenieur Hamburg” usw.) und schauen Sie was eine Suchmaschinen wie Google oder Yahoo jeweils “ausspuckt”. Eine Suchmaschine erfasst selbstverständlich wesentlich mehr Angebote als einzelne Stellenbörsen.
Das Problem bei den Suchmaschinen ist, dass sich unter die tatsächlichen Stellenangebote haufenweise irrelevante Seiten mischen. Alle Ergebnisse durchzuschauen wäre mit einem zu hohen Zeitaufwand verbunden. Zum Glück können Sie sich die Sache jedoch deutlich vereinfachen indem Sie mit gut durchdachten Suchketten und Booleschen Operatoren Ihre Suchanfragen verbessern. So erzielen Sie zwar weniger, dafür aber viel präzisere Ergebnisse.
(Der Aufbau von Suchketten und die Funktionsweise Boolescher Operatoren sind zu umfangreich, um hier allgemein erläutert zu werden. Auf Anfrage über die Kommentarfunktion unter diesem Artikel machen wir Ihnen aber gerne konkrete Vorschläge für Ihre persönliche Stellensuche!)
Spannend sind auch neue Trends, wie Jobsuchmaschinen, die Microbloggingdienste, wie z.B. Twitter, nach offenen Stellen durchsuchen. Unsere eigene Entwicklung JobTweet und die auf den englischsprachigen Raum spezialisierte TwitterJobSearch sind im Moment die bekanntesten Vertreter. (Kennen Sie weitere gute Jobsuchmaschinen? Gerne erweitern wir diese Aufzählung).
Im nächsten Schritt gehen Sie dann die Nischenjobbörsen, -Foren und -Portale durch. Zu guter Letzt durchsuchen Sie schließlich die branchenübergreifende Stellenbörsen, die Ihnen sympathisch erscheinen.
Viele Online-Stellenbörsen bieten inzwischen eine automatische Benachrichtigung per RSS-Feed an, die häufig als Suchagent bezeichnet wird. Richten Sie also wenn möglich solche Suchagenten für Ihre Suchen ein, um automatisch über neue Stellenanzeigen im Web informiert zu werden. Hier haben wir eine Schritt-für-Schritt Anleitung für den RSS-Reader “Bloglines” veröffentlicht. Andere RSS-Reader funktionieren meist sehr ähnlich.
aktive Online-Stellensuche
Schritt 5: Suche nach interessanten Firmen
Hier sind Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Nutzen Sie unterschiedliche Quellen und bedenken Sie, dass es gerade im regionalen Mittelstand immer noch viele interessante Firmen gibt, die keine eigene Internetseite besitzen. Dennoch finden Sie auch diese Unternehmen im Internet. Man muß nur etwas tiefer graben, um an möglichst viele Schmuckstücke zu kommen. Neben Branchenbüchern, den Webseiten von Verbänden, Teilnehmerlisten von Fachmessen und Kongressen sollten Sie versuchen auch auf Datenbestände zuzugreifen, die eigentlich für Unternehmen gedacht sind.
Wie wäre es z.B. mit IHK – Datenbanken. Die Handelskamer Hamburg unterhält beispielsweise eine Datenbank mit 140.000 Unternehmen aus der Metropolregion, die ordentlich nach Branchen sortiert sind. Als Nicht-Mitglied der Kammer bekommen Sie pro Suchdurchgang zwar höchstens 25 Ergebnisse angezeigt. Über Einschränkungen wie Brache oder PLZ können Sie aber mit etwas Geschick immer neue 25 Ergebnisse auf den Schirm holen. Suchen Sie also auf der Website Ihrer lokalen Handels- oder Handwerkskammer nach einer Unternehmensdatenbank oder rufen Sie dort an und fragen Sie nach wo sich auf der Website das Mitgliederverzeichnis befindet.
Gehen Sie auch auf die vom Justizministerium betriebene Website www.ebundesanzeiger.de und geben Sie in das Suchfeld Ihre Branche und Ihren bevorzugten Arbeitsort ein, z.B. “Maschinenbau Hamburg”. Hier finden Sie übrigens nicht nur eine Vielzahl an Firmen, die Sie ganz bestimmt noch nicht kannten, sondern auch gleich einige interessante Zahlen und Firmeninfos.
Haben Sie ausreichend viele Firmen gefunden und analysiert, rufen Sie dort an und fragen Sie, ob aktuell oder zukünftig Personal gesucht wird, bevor Sie sich dort bewerben.
Ein Personalberater oder -Vermittler kann unter Umständen ein Multiplikator sein. Am wahrscheinlichsten ist es, wenn Sie einen oder mehrere finden, die wirklich auf Ihren Bereich spezialisiert sind. Nehmen Sie sich Zeit nach solchen zu suchen und lesen Sie genau, was auf den Internetseiten steht, bevor Sie irgendwas irgendwie an “Sehr geehrte Damen und Herren” blind verschicken.
Sicherlich haben alle Kollegen ihre eigenen Vorlieben, aber wir sind der Meinung, dass es sich grundsätzlich empfiehlt, passende Personalberater zunächst telefonisch zu kontaktieren. Rufen Sie kurz an und fragen Sie, ob die Zusendung Ihrer Unterlagen überhaupt Sinn macht. So erfahren Sie, in welcher Form die Unterlagen erwünscht sind und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Unterlagen nicht im Nirvana verschwinden.
Scheuen Sie sich bitte nicht anzurufen. Ein vernünftiger Personalberater wird Ihnen gerne und freundlich Auskunft erteilen, ohne dass Sie befürchten müssen, sich irgendetwas zu “versauen”. Es tauchen im Netz immer wieder branchenfremde Quellen auf, die den Beruf des Headhunters bzw. Personalberaters mystifizieren und das Gefühl erwecken, man müsste fast in Ohnmacht fallen, wenn man mit einem Personalberater spricht oder wenn man von einem angerufen wird. Trotz zahlreicher anderslautender Berichte gibt es für den Umgang mit Personalberatern/ Headhuntern keine geheimen Zauberregeln. Personalberater/ Headhunter sind ganz nomale Menschen. Die einzigen Zauberregeln, die man beherrschen muß, sind Freundlichkeit, Höflichkeit und Aufrichtigkeit!
Vorausgesetzt Sie passen vom Profil und Ihrer Qualifikation her zur Spezialisierung einer Personalberatung, brauchen Sie lediglich einen aktuellen und ausführlichen (Online)Lebenslauf mit vollständigen, gut sichtbaren Kontaktdaten und möglichst auch in Formaten .DOC und .PDF. um zu gern gesehenen Bewerbern zu gehören. Nutzen Sie bitte die Onlinebewerbungsformulare, wenn Sie darum gebeten werden. Machen Sie es der anderen Seite einfach.
Seien Sie nicht enttäuscht, wenn man Ihre Unterlagen ablehnt. Rufen Sie den nächsten Personalberater an.
Schritt 7: Bleiben Sie ständig am Ball
1. Passive Suche -> aktive Suche -> abwarten -> analysieren -> anpassen -> alles von vorne.
2. Während des Abwartens im Netz aktiv werden, an relevanten Gruppen, Foren, Blogs beteiligen.
3. Eher anrufen, als nicht anrufen. Gibt es eine Kontaktperson in der Stellenanzeige? Anrufen!
4. AGG-bedingte schriftliche Standard-Absagen nicht einfach hinnehmen. Anrufen, Gründe erfragen.
5. Personalberater anrufen.
6. Lebenslauf! und Anschreiben! an jedes Stellenangebot individuell anpassen. Standardanschreiben erwecken den Eindruck Sie seien unkreativ oder faul!
7. Hier im Blog Fragen stellen, damit Sie und andere von den Antworten profitieren können.
*Datenschutz beachten: Das Ziel dieses Artikels ist nicht aufzuzeigen, wie man seine Daten am besten versteckt, sondern gerade wie man sie richtig zugänglich macht. Denken Sie daran, dass auch sehr ausführliche und leicht auffindbare Daten ausreichend anonymisiert werden können, wenn Ihnen daran gelegen ist. Bsp: Nutzen Sie anonyme E-Mal Adressen. Statt Firmennamen, schreiben Sie in Ihrem Lebenslauf z.B. “Mittelständisches Unternehmen im Bereich Schiffsbau”. Bei Ortsangaben nennen Sie einfach den nächstgrößeren Ort. Da wird aus “Castrop-Rauxel” halt “Raum Dortmund”. Wichtig ist nur, dass man Sie findet, das klar nachvollziehbar ist, was Sie gemacht haben, was Sie machen wollen und wie man Sie kontaktieren kann.
In unserem zweiten Artikel zur Personalsuche bei LinkedIn haben Sie gelernt, mit der eigenwilligen Syntax von LinkedIn umzugehen. Höchste Zeit, Ihr Wissen um die externe Suche und die Möglichkeiten der “Profil-Öffnung” zu erweitern.
Zum Glück wird ein Großteil der LinkedIn Datenbestände (Nutzerprofile), wenn von Nutzern nicht explizit unterbunden, von externen Suchmaschinen, wie z.B. Google oder Yahoo, indiziert. Dadurch wird es möglich, die LinkedIn Profile mit diesen Suchmaschinen von außerhalb zu durchsuchen und auf diese Weise von der Flexibilität der Suchmaschinenbefehle zu profitieren.
Machen Sie sich jedoch zunächst bewußt, dass die externe Suche mit Websuchmaschinen vom Prinzip her anders funktioniert als die Suche mit der internen LinkedIn-Suchmaschine. Im Gegensatz zu der internen bietet die externe nicht die Möglichkeit, einzelne Bereiche eines Profils (Unternehmen, Position usw.) gezielt zu durchsuchen. Mit einer externen Suchmaschine durchsuchen Sie stets das gesamte Nutzerprofil nach Übereinstimmungen mit Ihren Angaben.
Geben Sie z.B bei der LinkedIn Suche mit Google einen Firmennamen ein, erhalten Sie nicht ausschließlich Personen, die mit der Firma zu tun hatten, sondern alle die, bei denen der Firmenname in irgendeinem Zusammenhang im Profil auftaucht (z.B. Produkte von Firma X verwendet). Für die Effektivität der externen Suche ist daher die Qualität der verwendeten Begriffskombinationen und Suchoperatoren entscheidend.
Die Grundlage für das externe Durchsuchen von LinkedIn Profilen mit Google bilden die folgenden Grundbefehle:
site:linkedin.com (nur die Seite von LinkedIn soll bei der Suche berücksichtigt werden.)
inurl:pub OR inurl:in (die URLs der Ergebnisse sollten pub oder in enthalten – typisch für Profilurls)
-inurl:directory -inurl:dir (Mitgliederverzeichnis-URLs werden ausgeschlossen)
intext: (durchsucht den Text einer Seite)
Wir kehren nun zu unseren Beispielen aus dem zweiten Artikel zurück und starten mit der Suche nach Consultants, die bei IBM oder PwC arbeiten und aus Hamburg kommen.
Beispiel Eingabe 7 & 8:
Geben Sie bitte folgende Suchkette in das Eingabefeld von Google ein:
site:linkedin.com intext:(current consultant (IBM OR PwC) Hamburg Area) (inurl:pub OR inurl:in -inurl:directory -inurl:dir)
Achten Sie auf die Begriffe “current” und “Area”. Es handelt sich dabei um Standardbegriffe aus den LinkedIn Profilen, die übrigens unabhängig von Ihrer persönlichen Spracheinstellung stets in der englischen Variante in der Datenbank abgelegt werden. Die Kombination ‘current consultant’ innerhalb der ersten Klammer zielt darauf ab, Profile zu finden, in denen das Wort “consultant” möglichst nah am Wort “current” (für aktueller Beruf/Position) steht. Solche Profile gehören dann auch sehr wahrscheinlich Personen, die aktuell tatsächlich Consultants sind. Ähnlich verhält es sich mit der Ortsangabe. Wir möchten “Hamburg” daher gerne in der Nähe von “Area” haben und nicht einfach irgendwo innerhalb des Profils.
Die obere Suchkette liefert überschaubere ca. 90 Ergebnisse. Dennoch wollen wir die Ergebnisse gerne weiter einschränken indem wir Senior Consultans und Managing Consultants herausfiltern.
Die erweiterte Suchkette lautet dann:
site:linkedin.com intext:(current consultant -senior -managing (IBM OR PwC) Hamburg Area) (inurl:pub OR inurl:in -inurl:directory -inurl:dir)
Nun verbleiben nur noch ca. 50 potentiell interessante Ergebnisse. Bei einer genauen Analyse werden Sie festellen, dass darunter doch ein paar sind, die nicht exakt unseren Kriterien entsprechen. 100% Genauigkeit läßt sich auch mit den besten Suchketten nicht gewährleisten.
Übrigens erlauben die oben kurz erwähnten Standardbegriffe in den LinkedIn Profilen das gezielte Durchsuchen der Profile nach Zugehörigkeit zu oder Erfahrung in bestimmten Branchen. Unter der LinkedIn Maske “erweiterte Suche” finden Sie eine Liste mit Branchen. Schalten Sie Ihre LinkedIn Version auf Englisch um, und Sie erhalten die englischen Übersetzungen, die tatsächlich in den Profilen gespeichert werden.
Beispiel Eingabe 9:
Suchen wir z.B. nach Personen aus Hamburg, die im Bereich Telekommunikation tätig sind oder waren, könnten wir im Rahmen einer groben Erstsuche mit der folgenden Kette arbeiten:
site:linkedin.com intext:(Hamburg Area “Telecommunication industry”) (inurl:pub OR inurl:in -inurl:directory -inurl:dir)
Wie Sie mit der externen Suche gesperrte Profile “knacken” können
Die externe Suche bietet neben ihrer Flexibilität zwei wesentliche Vorteile für die nicht zahlenden LinkedIn-Mitglieder. Sie haben Zugriff auf mehr als 100 Ergebnisse (bis 1000). Mit ein wenig Glück haben Sie über die externe Suche außerdem Zugriff auf geschlossene Profile, also solche die nicht zu Ihrem erweiterten Netzwerk gehören. Das geht so:
Gehen wir mal von einer internen LinkedIn Suche aus, die uns zu einer Liste mit interessanten Profilen führt. Ein Teil der Profile wird jedoch anonym, also ohne Namensangabe, angezeigt. Bei einem Klick auf die entprechenden Profile bekommen wir den Hinweis “Privat”, zusammen mit einigen wenigen, für eine Bewertung unzureichende Angaben sowie eine Aufforderung zum “Upgraden” des eigenen Accounts.
Führen wir zur Veranschaulichung mit der erweiterten Suche von LinkedIN folgende Suche durch:
Titel:Consultant NOT Managing
Unternehmen:IBM OR PwC
Eins der ersten Ergebnisse trägt die Überschrift “User Experience Consultant at IBM Interactive”. Das ist ein geschlossenes Profil. Wir klicken darauf und erhalten unvollständige Daten zu der Person. Die vorhandenen Daten können aber durchaus ausreichen, um damit über eine externe Suchmaschine nach demselben Profil auf die Suche zu gehen. Wir extrahieren eine Reihe von möglichst auffälligen Begriffsketten aus dem anonymen Profil und setzen Sie in die Google Suchkette ein:
Beispiel Eingabe 10:
site:linkedin.com User Experience Consultant at IBM Interactive Intern bei base-iX Websolutions
Gleich an erster Stelle “spuckt” Google ein Profil raus, das mit den Vorgaben am besten übereinstimmt. Erste Auffälligkeit – das Profil ist im gegensatz zu LinkedIN mit einem Namen versehen. Klicken Sie nun nicht direkt auf den Profillink sondern auf “Im Cache”, erhalten Sie das vollständige von Google indizierte Profil des Nutzers, zu dem Sie über LinkedIn selbst einen sehr eingeschränkten Zugang haben.
Die Voraussetzung für diesen Trick ist, dass ein Profil auf Wunsch des Nutzers indizierbar ist. Nach unserer eigenen Statistik lassen sich im Moment etwas mehr als 50% der deutschsprachigen LinkedIn-Profile mit der vorgestellten Technik “öffnen”. In den meisten Fällen reicht diese Menge aus um im Rahmen des eigenen Suchvorhabens einige interessante Kandidaten ausfindig zu machen.
Wir hoffen, dass Euch unsere kleine LinkedIn Reihe (1.,2.,3.) gefallen hat. Über Vorschläge, Kommentare und ganz besonders Fragen zum Thema Suche freuen wir uns sehr.
Viel Spaß beim Ausprobieren!
“Welcome to LinkedIn’s Lunch 2.0 Party” – Vorschaubild von Mario Sundar
In unserem letzten Blogbeitrag haben wir die “Personalsuche mit der erweiterten LinkeIn-Suchmaske” erläutert. Wenn Ihnen die erweiterte Suche mit vorgegebenen Feldern zu unflexibel erscheint und Sie das Handwerk des manuellen Suchkettenbaus beherrschen, können Sie mit Hilfe individuell erstellter Suchketten aus LinkedIn Operatoren und boolschen Operatoren mit der “einfachen” Stichwortsuche beachtliche Ergebnisse erzielen.
Nutzen Sie hierzu die folgende Übersicht der verfügbaren LinkedIn Operatoren.
Sie können nun einzelne oder mehrere dieser Operatoren kombiniert mit den Suchworten Ihrer Wahl in das Eingabefeld der LinkedIn-Stichwortsuche eingeben um die LinkedIn-Suche Ihren persönlichen Anforderungen anzupassen.
Beispiel Eingabe 3 & 4:
Setzen wir zunächst zwei Operatoren für die Eingänzung über das Land und den aktuellen Arbeitgeber ein:
country:”Deutschland” ccompany:”Airbus”
Um die über 700 Ergebnisse etwas einzuschränken erweitern wir unsere Sucheingabe um die aktuelle Position im Unternehmen:
Als Ergebnis erhalten wir etwa 200 Profile von Airbus Managern verschiedener Hierarchieebenen aus ganz Deutschland.
Auf der nächsten Stufe kombinieren wir LinkedIn Operatoren mit booleschen Operatoren (AND, OR, NOT) um unsere Ergebnisse noch weiter zu präzisieren. Aus pädagogischen Gründen, kommt diesmal zuerst die Beispiele und danach die Suchaufgabe.
Beispiel Eingabe 5 & 6:
country:”Deutschland” ccompany:”IBM” ctitle:”consultant NOT managing”
Hier werden deutschlandweit Consultants gesucht, die bei IBM arbeiten. Consultants mit “Managing” Erfahrung (z.B. Managing Consultants, Managing Partner usw.) sind bei dieser Suche jedoch nicht vom Interesse.
country:”Deutschland” ccompany:”IBM OR Pwc” ctitle:”managing AND consultant NOT senior”
Wir suchen hier Leute mit Erfahrung als Managing Consultant, die bei IBM oder PwC tätig sind (und schließen gleichzeitig Senior Consultants aus). Sollen die Profile der infragekommenden Personen darüber hinaus auch noch nach bestimmten Stichpunkten (z.B. Öl, Gas oder IT) gefiltert werden, können diese ohne Verwendung von besonderen LinkedIn Operatoren in die Kette aufgenommen werden.
(Tipp: Lassen Sie sich an dieser Stelle bitte weiterhin nicht durch gesperrte Profile entmutigen. Erst lernen Sie das Suchen und dann erst das “Knacken” der gesperrten Profile.)
country:”Deutschland” ccompany:”IBM OR Pwc” ctitle:”managing AND consultant NOT senior” (Öl OR Gas OR IT)
Bitte achten Sie bei der Stichwortsuche ganz genau auf die Syntax Ihrer Sucheingabe:
Entgegen den Feldern der erweiterten Suche und der sonst üblichen Vorgehensweise werden die Suchterme aus mehreren Stichpunkten und booleschen Operatoren mit einem vorgesetzten LinkedIn Operator grundsätzlich in Anführungstriche statt in Klammern gesetzt!
ctitle:”managing AND consultant NOT senior”
Wenn Sie Kombinationen aus Stichpunkten und boolschen Operatoren ohne vorgesetzte LinkedIn Operatoren verwenden, sollte der entsprechenden Teil des Suchterms in Klammern gesetzt werden!
(Öl OR Gas OR IT)
Beherrschen Sie die Verwendung von LinkedIn Operatoren in Kombination mit booleschen Operatoren, können Sie häufig schnellere und bessere Ergebnisse erzielen als bei Verwendung der erweiterten Suche.
Zu den Möglichkeiten der internen LinkeIn-Suche läßt sich abschließend hinzufügen, dass sich die Ergebnislisten nach Kriterien, wie Relevanz, Kontaktgrad usw. sortieren lassen. Außerdem können im Rahmen einer kostenlosen Mitgliedschaft bis zu drei Suchketten gespeichert werden, so dass Sie Ihre Suche zu einem späteren Zeitpunkt ohne eine wiederholte Eingabe erneut durchführen können.
Im Teil 3. unserer LinkedIn Reihe liefern wir Einblicke in die LinkedIn Suche mit externen Suchmaschinen und zeigen, wie man mit Hilfe von Google “gesperrte” LinkedIn Profile “öffnen” kann.
Nachdem wir uns vor kurzem mit der “Stellensuche bei LinkedIn” befasst haben, setzen wir Ihnen heute auseinander, wie Sie LinkedIn für die Personalsuche einsetzen können. Die vorgestellten Methoden lassen sich jedoch ebenso für die Stellensuche anwenden. Da der Artikel zur Stellensuche einige wichtige Grundfunktionen beleuchtet, ist es für Neueinsteiger empfehlenswert zuerst diesen Post zu lesen.
Nicht anders als in anderen sozialen Netzwerken, ist es auch im Fall von LinkedIn naheliegend über die Suche und Ansprache von anderen Nutzern Kontakte zu potentiellen/interessanten Kandidaten zu knüpfen. Wie aber findet man unter 35 Millionen Nutzern, darunter 500.000 Deutsche, diejenigen die für das eigene Unternehmen interessant sind?
Für das Durchsuchen von LinkedIn nach Personen (sowie auch nach rein thematischen Inhalten) stehen Ihnen die interne Suche über das LinkedIn Suchsystem und die externe Suche über Websuchmaschinen, wie z.B. Google, zur Auswahl.
Im Folgenden erläutern wir die technische Vorgehensweise für die interne Personensuche bei LinkedIn. Die externe Suche mit Websuchmaschinen erläutern wir im zweiten Teil unserer LinkedIn Serie.
Personalsuche mit der LinkedIn-eigenen Suchmaschine
Betrachten wir zunächst die internen Suchtools. Zum einen steht Ihnen für Ihre Suche die strukturierte erweiterte Suche mit verschiedenen Auswahlkriterien zur Verfügung. Zum anderen lässt sich die einfache Stichpunktsuche mit Hilfe von speziellen LinkedIn Suchoperatoren in Kombination mit Booleschen Operatoren (Wikipedia: Boolescher Operator) zu einem effektiven Suchwerkzeug umwandeln.
Die erweiterte Suche
Zu der Maske “erweiterten Suche” gelangt man über den Link “erweitert” rechts neben dem “Suche” Button der Stichwortsuchleiste oben rechts in Ihrem Browserfenster.
Die Maske “erweiterte Suche” besteht aus zwei Unterseiten – Personensuche und Referenzsuche. Die Referenzsuche steht Ihnen bei der kostenlosen Mitgliedschaft nicht zur Verfügung. Dem zahlenden Nutzer verrät sie, ob sich in seinem Netzwerk Personen befinden, die persönlich Auskunft über einen Bewerber erteilen könnten, der angibt, in einem bestimmten Zeitraum bei einem bestimmten Unternehmen tätig gewesen zu sein.
In der Maske Personensuche können Sie sich für den Einsatz einzelner Suchkriterien oder für Kombinationen aus mehreren Suchkriterien (Feldern) entscheiden, um die entsprechenden Bereiche in den Nutzerprofilen (Firma, Ausbildung, Ort usw.) nach Ihren Vorgaben zu durchsuchen. Je mehr Kriterien Sie für Ihre Suche einsetzen, desto präziser werden Ihre Ergebnisse, wobei die Gefahr relevante Ergebnisse zu übersehen ebenfalls steigt. (Für dieses Suchdilemma gibt es jedoch noch keine perfekte Lösung.) In den Feldern der erweiterten Suche können zusätzlich zu den Stichpunkten auch die boolsche Operatoren AND, OR und NOT verwendet werden, was für eine Präzisierung von Suchanfragen sehr hilfreich sein kann.
Anwendungsbeispiele für die Personensuche mit der erweiterten LinkedIn-Suche
Steigen wir gleich mit einigen einfachen Praxisbeispielen in die Personalsuche ein:
Wir suchen eine Person, die sich mit der Programmiersprache Java auskennt (möglichst ein Entwickler?) und aktuell bei IBM arbeiten soll.
Wir erhalten etwa 70 Ergebnisse. Das erscheint uns zu unpräzise, denn darunter finden wir einige Personen, die nur wenig mit Java Entwicklung zu tun haben. Außerdem suchen wir jemanden aus Hamburg. Die Eingabe 1. wird dahingehend präzisiert
Beispiel Eingabe 2:
Stichwörter: Java (Entwickler OR Entwicklung OR development OR developer)
Ort: Standort / Gebiet
Land: Deutschland PLZ:20095 Reichweite:55km
Unternehmen:IBM =>nur aktuell
Als Ergebnis erhalten wir nur noch zwei auf den ersten Blick relevante Nutzerprofile. Die Einschränkung auf IBM erscheint natürlich sinnlos. Es ging uns dabei lediglich darum, die Möglichkeiten der einschränkenden Suche zu demonstrieren. Um die Trefferzahl zu erhöhen, ergänzen wir unsere Suchbegriffe im Feld Unternehmen:(IBM OR Airbus)
Die Zahl der relevanten Ergebnisse ist durch die Hinzunahme des Unternehmens Airbus etwas gestiegen. Im “Ernstfall” würden wir die Suche nun nach und nach erweitern, bis sie eine akzeptable Zahl von Resultaten ergibt. Um selbst ein Gefühl für die richtige Vorgehensweise bei der Suche zu entwicklen, denken Sie sich am besten einige eigene Beispiele aus, und experimentieren Sie mit den verschiedenen Feldern und Operatoren.
Wie Sie feststellen werden, erscheinen einige Profile in der Trefferliste anonymisiert, so dass sie nur wenige Informationen enthalten. Dies liegt daran, dass Sie als nicht zahlendes Mitglied höchstens Zugriff auf Kontakte 3. Grades (Freundesfreude) haben. Alle anderen sind für Sie “gesperrt”.
Im Teil 2. unserer LinkedIn Reihe lernen Sie die weitreichenden Möglichkeiten der “einfachen” Stichwortsuche kennen. Im Teil 3. liefern wir Einblicke in die LinkedIn Suche mit externen Suchmaschinen und zeigen, wie man mit Hilfe von Google “gesperrte” LinkedIn Profile “öffnen” kann.
“LinkedIn MerlinWizard” – Vorschaubild von 4_EveR_YounG
Kennen Sie das? Sie möchten jemandem eine persönliche Email schreiben, finden aber nur eine allgemeingültige Adresse à la info@firma.de? Oder Sie wollen sich auf eine Stelle bewerben, und würden gerne auf sich aufmerksam machen, indem Ihre Bewerbung als einzige den Weg direkt in den Posteingang des Personalverantwortlichen findet, statt mit allen anderen im Massenpostfach bewerbung@firma.de um Aufmerksamkeit zu buhlen?
Dann haben wir drei hilfreiche Tipps für Sie:
1. Die Suche mit Personensuchmaschinen
Von den drei deutschsprachigen Personensuchmaschinen yasni.de, 123people.de und myonid.de hat/zeigt 123people.de als einzige persönliche Emailadressen an:
2. Die Suche nach Emailadressen mit Google
Geben Sie den folgenden Suchterm (mit Anführungszeichen) in das Google-Eingabefeld ein. Falls Sie kein Ergebnis erhalten wiederholen Sie die Eingabe ohne “email”.
“email * * firmenname.de”
3. Die Suche nach Emailadressen mit der Trial and Error Methode
Falls Sie keine der geschilderten Methoden zu der gesuchten Emailadresse führt, bleibt Ihnen immer noch die Trial and Error Methode anhand folgender Grundschemata:
Achten Sie beim Verschicken der Email darauf, dass der Empfänger nicht sehen kann, dass Sie die Emailadresse geraten haben, sonst ist der Überraschungseffekt weg. Am Besten schicken Sie die Email als Blindkopie (bcc:). Alle Emails die falsch waren kommen i.d.R. innerhalb eines Zeitraums von einigen Minuten bis zu einigen Stunden mit einer Fehlermeldung zurück. Diejenige Emailadresse von der nichts zurückkommt ist/war dann die von Ihnen gesuchte.
Viel Spaß beim Ausprobieren! Falls Sie weitere Methoden kennen oder Fragen haben, freuen wir uns über Ihren Kommentar.
“Enigma Code Machine at Bletchley Park” – Vorschaubild von david.nikonvscanon
Gestern Abend waren wir auf dem Twestival Hamburg, Hamburgs erstem Twitter Festival. Das Twestival ist eine weltweite Wohltätigkeitsaktion, die von Nutzern des Webkurznachrichtendienstes twitter.com ins Leben gerufen wurde. Wer Twitter noch nicht kennt, kann als Einführung unseren Artikel “Personalsuche mit Twitter” lesen.
Bild von @watchkoma & @zeniscalm
Der Twestival-Abend in Hamburg fand ab 19:00 Uhr in der Koppel 66 an der Langen Reihe statt. Der Eintritt in Höhe von 5,- € , die Hälfte der Getränkeerlöse sowie die Einnahmen aus den Losverkäufen gingen an die Wohltätigkeitsorganisation charity:water, die sich für eine Verbesserung der Wasserversorgung für die weltweit 1,1 Milliarden Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser einsetzt.
Zu Beginn der Veranstaltung standen nur vereinzelte Grüppchen im Foyer der Koppel 66. Während die Organisatoren noch schnell die Musikanlage anschlossen und den Twestival Hamburg Account @twestivalhh einrichteten, kamen aber nach und nach immer mehr Twitter-Enthusiasten und die Stimmung wurde deutlich angeregter. Im Laufe des Abends stieg die Teilnehmerzahl dann auf über 60 Personen. Neben den obligatorischen Themen, wer unter welchem Namen zu welchen Themen tweetet, gab es auch viele interessante Gespräche rund um Web 2.0 und Social Networking, so dass der Abend erst kurz nach Mitternacht endete.
Das Twestival fand gestern in über 175 Städten weltweit statt, wobei die Teilnehmer per Twitter und Video-Streaming live über ihre Veranstaltungen berichteten:
Diese Karte zeigt alle Städte die beim Twestival mitgemacht haben.
Sämtliche Twestivals weltweit wurden mit einer Vorlaufzeit von nicht mehr als zwei bis vier Wochen von Freiwilligen aus den “örtlichen” Twitter-Communities organisiert. Das ist ein beeindruckendes Beispiel für die Wirkungskraft internationaler webbasierter sozialer Netzwerke.
Da verlässliche Daten die Grundlage einer jeden erfolgreichen Analyse und der darauf aufbauenden Strategieentwicklung bilden, führen wir regelmäßig empirische Studien zu Personalthemen durch . Diesmal haben wir das Internet-Personalmarketing der norddeutschen Elektroindustrie untersucht.
Den Resultaten zufolge verfügen 70 Prozent der Elektrounternehmen über eine unternehmenseigene Internetpräsenz. Eine eigene Stellenrubrik war jedoch zum Untersuchungszeitpunkt lediglich bei 34 Prozent der Unternehmenswebsites, und damit nur bei einem Viertel der untersuchten Unternehmen vorhanden.
Zieht man in Betracht, dass laut der Ingenieurumfrage 2008 des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) 56 Prozent der Unternehmen fürchten ihren Ingenieurbedarf zukünftig nicht mehr decken zu können, ist es Zeit zu Handeln.
Uns ist natürlich bewußt, dass selbst für Unternehmen, die sich über die Bedeutung von Internet-Personalmarketing im Klaren sind, die eigentliche Hürde oftmals in fehlendem betriebsinternen Know-how bezüglich der Umsetzung besteht.
Im selben Augenblick, in dem Sie diese Zeilen lesen, finden weltweit etwa 6,7 Mrd. weitere Aktionen statt. Ideen, Fragen, Träume, Sorgen und neue Ziele jagen Milliarden von Menschen jede Sekunde durch den Kopf. Jemand hat etwas Tolles gefunden, jemand sieht fern, jemand will ausgehen, und jemand anderes hat gerade ein neues Auto gekauft oder im Lotto gewonnen. Eine junge Frau aus Ohio will den Rest des Tages einfach ausspannen. Ein junger Mann aus Berlin hat zum ersten Mal die Video Chat Anwendung von Google ausprobiert. Und ein kleines Start-Up aus Wanne-Eickel startet die kostenlose Beta Version einer zukunftsträchtigen Workflow Management Plattform und lädt alle zum Test ein. Vielleicht ist sogar jemand da draußen, der in dieser Sekunde genau das selbe tut wie Sie und Ihnen womöglich sogar in seiner Lebenseinstellung und seinen Interessen ähnelt.
Die Antwort liefert der faszinierende Micro-Blogging Dienst Twitter, der seit seiner Einführung in 2006 weltweit und inzwischen auch in Deutschland immer größere Beliebtheit genießt. Die Idee ist einfach: Es gibt weltweit eine gewisse Zahl von Menschen, deren Alltag, Ideen oder Gedanken eine andere Zahl von Menschen aus verschiedensten Gründen (freundschaftlich, beruflich, politisch, ideologisch usw.) interessieren. Auf der Grundlage von 140 Zeichen langen Textnachrichten ermöglicht es Twitter jedem, an der Gedanken-Welt interessanter Menschen aus aller Welt teilzuhaben, ganz gleich ob von Zuhause, von der Arbeit, oder von Unterwegs. “Die ganze Welt im eigenen Wohnzimmer, Büro oder in der eigenen Hosentasche!” sozusagen.
Twitter zur Personalsuche einsetzen
Es würde den Rahmen sprengen, über alle Einsatzmöglichkeiten von Twitter zu berichten. Um die Möglichkeiten von Twitter im Bereich Personalsuche zu verstehen, stellen Sie sich einen einzigen großen Raum vor, in dem die komplette Weltbevölkerung (ok, zumindest ein Teil davon) versammelt ist, wild durcheinander redet und laut denkt. Das Gesprochene und das laut Gedachte bleibt für einige Momente in Raum hängen, bis aktuellere Informationen nachkommen und die älteren immer mehr verblassen lassen. Verwirrend?! Dann stellen Sie sich vor, dass Sie imstande wären, dieses Durcheinander zu speichern und anschließend nach Stichpunkten zu durchsuchen. Genau das ermöglicht nämlich Twitter. Das kollektive Gedächtnis mit einer Suchfunktion.
Twitter bietet daher selbstverständlich tolle Möglichkeiten für Personaler, um nach Kandidaten zu suchen. Bei vielen Menschen nimmt der Beruf unweigerlich einen bedeutenden Teil ihres Alltags ein. So kann man davon ausgehen, dass Themen rund um den Beruf ab und an in Form von Mitteilungen (sog. tweets) bei Twitter auftauchen. Sie denken laut nach. Es ist also möglich, gezielt Ausschau nach Menschen zu halten, die sich gerade eben oder zu einem früheren Zeitpunkt zu einem für Sie relevanten Thema mitteilen oder mitgeteilt haben. Einige Twitter-Nutzer geben bereits in ihrer Kurzbiographie (Bio) Anhaltspunkte zu ihrem Beruf. Manche Twitter-Nutzer teilen sogar offen mit, dass sie gerade nach einer neuen Herausforderung suchen – perfekt.
Sobald Sie passende Beiträge entdeckt haben, können Sie im zweiten Schritt die “Mitteilungsverläufe” der gefunden Personen genauer nach relevanten Hinweisen analysieren. Unter Umständen lassen sich mit den bereits gewonnen Daten auch weitere Informationen zu den Personen im Internet recherchieren. So gewinnen Sie schnell ein Eindruck davon, ob interessant erscheinende Personen tatsächlich für eine konkrete Aufgabe in Ihrem Unternehmen in Frage kommen könnten.
Ist dies der Fall, hat man die Optionen der “Verfolgung” und/oder Kontaktaufnahme bei Twitter oder, wenn weiterführende Daten auffindbar sind, Kontaktaufnahme über E-Mail oder Telefon, mit dem Ziel einer weitergehenden Analyse. Für eine diskrete Kontaktaufnahme steht Ihnen bei Twitter die direkte Mitteilung (message) zur Verfügung. Da Ihnen wie bei normalen Tweets nur 140 Zeichen zur Verfügung stehen, bringen Sie Ihr Anliegen auf den Punkt. Z.B. Kurze Vorstellung und Link auf Unternehmensseite oder Stellenausschreibung. Um eine direkte persönliche Nachricht verschicken zu können, muss die Person allerdings zu Ihren Verfolgern “Followern” gehören.
Neben der aktiven Suche nach Kandidaten besteht für Unternehmen selbstverständlich die Möglichkeit, eigene Stellenangebote bei Twitter anzukündigen. Über den Erfolg Ihrer Stellenanzeigen Mitteilung entscheiden neben der Nachfrage auch die Größe und die Qualität Ihres Netzwerkes. Dieses hat nämlich Einfluß auf die Verbreitung bzw. Reichweite Ihrer Nachrichten bei Twitter. Als Neuling werden Sie zunächst natürlich gar kein Netzwerk haben. Doch denken Sie daran, dass allein die Auffindbarkeit Ihrer Anzeige über das Twitter Suchsystem die Chancen auf die Besetzung erhöht.
Bitte betrachen Sie Twitter nicht als eine reine Kandidaten-Quelle, in die Sie im Rahmen der Personalsuche mal ganz nebenbei eintauchen können, um anschließend schnell wieder zu verschwinden. Die besten Ergebnisse erreichen Sie bei Twitter mit einem langfristigen Engagement. Der Aufbau eines eigenen Twitter-Netzwerks und regelmäßige Kommunikation kann Ihnen dabei helfen, Ihr Unternehmen zu präsentieren und ganz nebenbei das Interesse von potentiellen Mitarbeitern zu wecken.
Wie Sie Twitter durchsuchen
Für die Suche nach Hinweisen auf interessante Personen bei Twitter können einige integrierte und externe Tools verwendet werden. Die zwei, aus unserer Sicht, effektivsten Optionen sollen hier kurz vorgestellt werden. (Wir erheben dabei ausdrücklich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Twitter Umfeld entstehen nämlich wöchentlich neue spannenden Anwendungen.)
search.twitter.com ist wohl die im Moment populärste und effektivste Suchmaschine für Twitter. Ursprünglich unter dem Namen Summize entstanden, wurde das Angebot im Juli 2008 von Twitter Inc. aufgekauft und wird wohl in absehbarer Zeit in eine integrierte Twitter-Anwendung umgewandelt werden.
search.twitter.com ist imstande, alle Mitteilungen aller Twitteruser zu durchsuchen und die Ergebnisse chronologisch zu ordnen. Ähnlich einer gewöhnlichen Suchmaschine lassen sich mit Hilfe dieses Tools Suchabfragen unterschiedlicher Komplexität durchführen. Für die spontane Schnellsuche eignet sich die Standardsuche. Sollen die Ergebnisse verfeinert werden, stehen unter “Advanced Search” mehrere Einschränkungskriterien zu Verfügung. Darüber hinaus können im Rahmen der Standardsuche Boolesche Operatoren (AND, OR, NOT, “”) und spezielle Twitter Operatoren miteinander kombiniert werden. Eine Übersicht der Twitter Operatoren finden Sie hier:
“lustig” und weiterführende URL – Links enthalten.
Für den Fall, dass die gewünschten Ergebnisse nicht gleich oder nicht in erhoffter Anzahl gefunden werden (z.B. weil es noch keine oder nur unpassende Beiträge zum gesuchten Thema gab) und eine wiederholte Suche zu einem späteren Zeitpunkt in Betracht gezogen wird, ermöglicht search.twitter.com die Einrichtung von Suchagenten auf Grundlage eines ATOM- oder RSS-Feeds. Ein Suchagent (Such-Feed) hat den Vorteil, dass die Suche nach einmaliger Einrichtung “automatisch” durchgeführt wird. Neue Ergebnisse werden, sobald sie verfügbar sind, bequem im Feed-Reeder angezeigt. Ein Suchagent wird über den Klick auf das Feed Symbol bzw. Link (“Feed for this query”) und anschließendes Abonnieren mit einem beliebigen Feed-Reader eingerichtet.
Neben search.twitter.comläßt sich inzwischen auch die Google Suche zum “Scannen” von Twitter nutzen. Denn Twitter wird seit einiger Zeit von Google indiziert. Mit den flexiblen Suchmöglichkeiten von Google kann man ohne zusätzliche Tools sehr spezifische Suchabfragen bei Twitter durchführen. Die ezielten Resultate sind nach unserer Erfahrung besser als bei search.twitter.com. Zumal search.twitter.com auschließlich Posts und keine Profilangaben (Bios) durchsucht. Außredem ist die Googlsuche wesentlich schneller.
Die Suchergebnisse lassen sich übrigens über Google-Alerts als RSS-Feed oder E-Mail abonnieren. Hier zwei kleine und einfache Beispiele zum ausprobieren einer solchen Suche.
Bsp 1:
Einfache Suche über die Profilbeschreibung (Bio) nach einem Programmierer.
Tipp: Wenn Sie einzelne Suchergebnisse aufrufen wollen, nutzen Sie am besten die “Cache” Funktion.
Wir hoffen, dass dieser Artikel bei den einen oder anderen zu interessanten Anregungen geführt hat. Wie immer freuen wir uns auf Fragen und Kommentare zu dem Thema. Haben Sie Twitter professionel eingesetzt? Vielleicht tatsächlich für die aktive Suche nach potentiellen Mitarbeitern?
Es wird immer spannender auf dem deutschen Markt für soziale Netzwerke. Viele haben es schon mitgekriegt – das internationale Business- und Karrierenetzwerk LinkedIn ist seit dieser Woche auch in einer deutschen Version verfügbar und wird dem Platzhirsch XING zukünftig verstärkt Konkurrenz machen. LinkedIn bringt neben der wesentlich breiteren internationalen Nutzerbasis einige tolle Funktionen mit, die wiederum neue Möglichkeiten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer versprechen.
Aus der Sicht der Personalsuchenden muß die Zahl der deutschen Mitglieder – aktuell 500.000 – noch anziehen, um für die Personalsuche wirklich erfolgversprechend zu sein. Das solte jedoch niemanden davon abhalten, etwas neues auszuprobieren und sich jetzt schon mit den Möglichkeiten und Funktionen von LinkedIn auseinander zu setzen. Denn an seinem Netwzerk sollte man am besten schon arbeiten, bevor man es wirklich braucht.
Hier sind ein paar Tipps, wie man LinkedIn (und zum Teil andere soziale Netzwerke) zur Karriereförderung einsetzen kann, inspiriert von einem englischsprachigen Artikel von Guy Kawasaki. Haben Sie weitere Ideen, nur raus damit!
(Hinweis: Es wird vorausgesetzt, dass Ihr Profil nicht mehr “jungfräulich” ist und Sie ab heute keine Gelegenheit auslassen, es zu vervollständigen und bei jeder passenden Gelegenheit mitanzugeben.)
1. Statusmeldung
Teilen Sie der Welt mit, wenn Sie auf Stellensuche sind. Nutzen Sie dazu, ähnlich wie bei XING, die Status Updates – “Woran arbeiten Sie gerade?” in Ihrem Profil.
Um möglichst viele Nutzer mit Ihrer Statusmeldung zu erreichen, müssen Sie erst die Einstellungen unter Profil- und Status-Updates auf “ja” und Status-Sichtbarkeit (Direktlink: Profileinstellungen) auf “Alle” setzen (Berücksichtigen Sie gegebenfalls bitte das Verhältnis zu Ihrem aktuellen Arbeitgeber.).
Denken Sie daran, Ihre Statusmeldungen alle 5 Tage zu aktualisieren, da Sie von LinkedIn sonst automatisch ausgeblendet werden.
2. Empfehlungen
LinkedIn verfügt über eine Empfehlungsfunktion. Menschen, mit denen Sie bereits zu tun hatten oder aktuell zusammenarbeiten, können Sie “empfehlen”. Die Anzahl von Empfehlung ist ein positiver Indikator, der Ihnen bei Ihrer Stellensuche ein paar Pluspunkte einbringen kann. Vorausgesetzt, Sie haben bereits ein paar Kontakte bei LinkedIn, z.B. aktuelle und ehemalige Kollegen, Vorgesetzte usw., bitten Sie sie um eine Empfehlung und empfehlen Sie sie im Gegenzug ebenfalls.
Nutzen Sie die erweiterte LinkedIn Suche , um nach Menschen mit einem ähnlichen beruflichen Hintergrund in Ihrer Region zu suchen. So finden Sie potentielle Arbeitgeber, die womöglich nicht direkt ausschreiben, über Personalberater nach Mitarbeitern suchen, oder die Sie einfach übersehen haben.
(Sie sind ein Java – Entwickler aus Hamburg und wollen sich verändern? Geben Sie in das Stichwortfeld “Java” und unter Ort “Hamburg” ein. Anschließend recherchieren Sie die Firmennamen aus der Ergebnisliste.).
4. Analysieren Sie die Unternehmensprofile
Womöglich möchten Sie einen bestimmten Karriereweg einschlagen, oder früher oder später bei einem ganz konkreten Unternehmen landen. Das LinkedIn Unternehmensverzeichnis verrät Ihnen wo die Mitarbeiter eines Unternehmens vorher gearbeitet haben, welche Ausbildung Sie genossen haben, wohin sie am häufigsten aus dem Unternehmen wechseln, und welche Positionen im Unternehmen häufig besetzt werden. Darüber hinaus erhalten Sie zum Teil Übersichten mit kürzlich eingestellten Mitarbeitern, die Sie je nach Bedarf nach Tipps fragen oder deren Profile Sie analysieren können.
Solche Information können mitunter sehr hilfreich sein, Karrierepfade zu erkennen, die zu Ihrem Ziel führen. Leider sind noch nicht allzuviele und meistens nur große Unternehmen aus Deutschland mit detaillierten Angaben vertreten. Dies wird sich aber nach unserer Meinung schnell ändern. Also, bleiben Sie dran.
5. Integrieren Sie (wenn möglich) Ihre Arbeitsproben
Besitzen Sie Arbeitsproben, Zeugnisse, Zertifikate oder sonstige vorteilhafte Nachweise, die Ihre Qualifikation untermauern, und die Sie ohne Bedenken öffentlich machen können und wollen?! Dann sollten Sie diese über den integrierten Service von Slideshare.com (Service zur Online – Veröffentlichung von Dokumenten) in Ihrem LinkedIn Profil zugänglich machen. Mit dieser Funktion können Sie aus Ihrem LinkedIn Profil gleich eine vollständige Bewerbungsmappe basteln, mit der Sie sich bei den entsprechenden LinkedIn Kontakten unkompliziert bewerben können. Mit dermaßen umfassenden Angaben erleichtern Sie natürlich auch den Personalabteilungen und Personalberatern die Einschätzung Ihrer Person. Bitte denken Sie vorher an den Schutz Ihres Profils und legen Sie fest, wer genau Zugriff auf Ihre Unterlagen haben soll.
(Das Slideshare – Toll finden Sie unter der Maske “Start” in der rechten Spalte.).
6. Nehmen Sie Teil am professionellen Austausch in den (LinkedIn) Gruppen
Sollten Sie daran interessiert sein, Ihre Auffindbarkeit durch Personalsuchende zu steigern, empfiehlt sich die aktive Teilnahme an bestehenden Gruppen oder sogar die Gründung einer eigenen Gruppe zum Austausch mit Berufskollegen oder anderen interessanten Personenkreisen.
Über diesen Weg werden Sie mit Sicherheit auch zu neuen Kontakten kommen.
Ein guter Weg, einer Bewerbung “auf die Sprünge zu helfen”, ist, schon im Vorfeld Kontakt zum Personaler des Zielunternehmes aufzubauen bzw. sich einem Personaler durch einen anderen Mitarbeiter im Unternehmen empfehlen zu lassen. Prüfen Sie stets, ob Sie diese Möglichkeit haben, bevor Sie sich bewerben.
8. Prüfen Sie die Stellenangebote auf Konsistenz
Bekanntlich hören sich die meisten Stellenanzeigen gleich an. Zum Teil fällt deswegen die Einschätzung der persönlichen Eignung schwer. Grundsätzlich sollte man vor einer Bewerbung telefonisch weiterführende Informationen zu der Stelle einholen. Mit Hilfe der sozialen Netzwerke haben Sie die zusätzliche Option, nach Mitarbeitern in der selben Position im Zielunternehmen zu suchen. Ein Profilabgleich kann nützliche Hinweise zu Ihrer Eignung und Formulierung Ihrer Bewerbung geben.
9. LinkedIn Stellenbörse
Zu guter Letzt werfen Sie noch einen Blick auf die LinkedIn Stellenbörse. Mit etwa 150 Stellenanzeigen aus Deutschland sieht sie im Moment noch etwas mager aus. LinkedIn liefert jedoch neben eigenen Stellenanzeigen die Suchergebnisse von simplyhired.com. Da kommen für Deutschland anscheinend immerhin etwa 60.000 Stellenanzeigen zusammen. Wenn Sie an internationallen Stellenangeboten (z.B. USA) interessiert sind, ist die Stellenbörse von LinkedIn wirklich interessant.
Die augenblickliche Finanzkrise mag manche zu dem Trugschluss verleiten, der Arbeitsmarkt werde in den kommenden Monaten einen Wandel vom Nachfrage- zum Angebotsmarkt vollziehen, mit der Folge das die bis dato fehlenden Fachkräfte sich nun große Sorgen um ihre Stellen machen müssten.
Nun, es wäre vermessen zu leugnen, dass es für viele Unternehmen in den nächsten Monaten, und vielleicht sogar Jahren, durchaus ernst werden wird. Selbstverständlich wird sich das auch in ihrer Personalpolitik widerspiegeln. Doch sollte dieser möglichst eine langfristige Sicht zugrunde gelegt werden. Wer heute gezwungenermaßen entlassen muss, sollte sich gleichzeitig Gedanken darüber machen, wie in der nächsten Aufschwungsphase neue Mitarbeiter (zurück)gewonnen werden sollen. Was kann man heute schon tun, um sich die Lösung dieser Aufgabe in 6, 12 oder 24 Monaten zu erleichtern?! Denn unabhängig von der Finanzkrise spielt die demographische Entwicklung gegen uns. Wer nur das “heute” berücksichtigt, wird sich nach der Finanzkrise mit einem noch intensiveren Wettbewerb um die besten Köpfe konfrontiert sehen.
Um dem in den meisten öffentlichen Beiträgen einfach nur für sich selbst stehenden Begriff “demografischer Wandel” ein etwas deutlicheres Gesicht zu verleihen, posten wir an dieser Stelle das Ergebnis einer kleinen Zeitreihenanalyse über die Seite vom Statistschen Bundesamt.
Danach ist davon auszugehen, dass bis 2015 bereits knapp 3 Millionen Arbeitskräfte in der für den Arbeitsmarkt besonders interessanten Gruppe der 30 – 50 jährigen fehlen werden. Bis 2020 wird diese Gruppe sogar um 4,5 Millionen schrumpfen.
Wie stark müssten die Folgen der Finanzkrise ausfallen, um diese Entwicklung auszugleichen?
“Alone on the keyboard” – Vorschaubild von fdecomite