Automatisierte Empfehlungen in sozialen Netzwerken: Nutzbar für Recruiting?

HR & Recruiting, Praxison August 13th, 2010• von Tobias Kärcher2 Comments

    Offene Soziale Netzwerke leben von Ihren Mitgliedern. Diese sollen möglichst zahlreich und untereinander möglichst vernetzt sein. Dementsprechend bemüht sind diese Dienste, unsere Netzwerke zu erweitern. Ein beliebtes Mittel hierfür sind Fraundschaftsempfehlungen, die Recommendations.

    Von Facebook kennen viele die Empfehlungen: “Personen, die du vielleicht kennst” werden dort angezeigt. In der Regel kenne ich diese Personen aber nicht. Ein gewisser Klaus O. wird mir sogar hartnäckig seit meiner ersten Facebook-Anmeldung vorgeschlagen. Twitter hat ebenfalls ein nagelneues automatisiertes Empfehlungs-System integriert: Who to follow. Hier werden die Empfehlungen ebenfalls aus den persönlichen Kontakten zusammengestellt. Nach dem Motto: “Wenn Sie diesen Leuten folgen, und diese Leute wiederum jenen – dann müssten jene auch wiederum auch für Sie interessant sein.” Gerade bei Twitter (für mich eher Informationskanal als persönliches Netzwerk) funktioniert das relativ gut, ist aber im Grunde eher “oberflächlich”.

    Twitter - Who To Follow

    Auch bei YouTube werden Empfehlungen ausgesprochen und seit neustem auch noch offensiver präsentiert. Dort ist das ganze schon etwas diffiziler. Je nach gerade angesehenem Video bekommt der Nutzer andere Clips vorgeschlagen, die nach Ansicht des Systems mit dem vorangegangen in Verbindung stehen: Diese Berechnung erfolgt über die Videobeschreibung und über die vergebenen Tags, ist also sehr viel inhaltsorientierter als die von Facebook oder Twitter.

    YouTube Recommendations

    Von hier aus lässt sich weiterdenken: Ein Unternehmen könnte innerhalb von Netzwerken den Nutzern vorgeschlagen werden, die aufgrund gemeinsamer Themengebiete, überlappender Interessen oder offener Gesuche in Zusammenhang gebracht werden können. So könnte zwangloser Kontakt zur Zielgruppe hergestellt werden, aus Sicht der Bewerber wäre dies eine gute Gelegenheit ein paar Insights von interessanten Betrieben zu bekommen. Natürlich müssen im Follow-Up gute Argumente geliefert werden: Ein Employer/Employee-Recommendation-System wäre kein Marketingmittel als solches, aber in Kombination mit einer ausgereiften Kommunikationsstrategie ein für beide Seiten sehr hilfreiches Tool.

    Pic: dana~2

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    Hier bloggen Alex, Tobi und Jan von atenta aus Hamburg. Wir entwickeln Software und Agenturlösungen für Recruiting und Employer Branding im Social Web.

    • Ulli P.

      Hm, keine so prickelnde Idee, wenn ich bedenke, wie wer irgend was beurteilt. Irgendwann kommen dann Standardisierungsforderungen, weil: Wer kann denn – das auch noch automatisiert – beurteilen, wer wirklich “gut” oder “nicht empfehlenswert” (Umkehrschluss) ist? Da ist, so denke ich, Unfug Tür und Tor geöffnet. Ich meine, ich will niemandem zu nahe oder auf die Füße treten, doch: Wenn ich von einem “DSDS-Anhänger” (von dem ich ja erst mal auch nichts weiss) jemanden empfohlen bekomme, dann kann ich das schon einordnen. Aber wie erwähnt: den kenne ich ja erst mal nicht (bestenfalls, wenn ich mich durch dessen Social Networks klicke.

      Schwarmintelligenz? Ha, ich denke, das wird etwas überschätzt…

      Ihr Bürger von Schilda – oder vielleicht doch eher ein Schenkelklopfer? Oder doch Kopfschütteln?

    • Tobias

      Die Überlegungen bezogen sich ja auf ein automatisiertes System, das Unternehmensprofile persönlichen “vorstellt”. Da sich ein solches System immer nur an den Angeben der Nutzer orientieren kann, soll und kann es gar keine qualitativen Empfehlungen aussprechen. Es soll dem Ingenieur bei VW einfach mitteilen: “Schau mal: Hier gibt es auch noch Unternehmensprofile von Ford, Bosch und A.T.U”. Der Ingenieur könnte denken: “Interessiert mich nicht!”, er könnte aber auch denken: “Mal sehn, was die anderen so treiben!”. Und falls er sogar gerade auf dem Weg beruflicher Neuorientierung ist, dann könnte er auch sofort nach Angeboten und Kontaktwegen suchen. Von Schwarmintelligenz kann da keine Rede sein, es ist vielmehr eine einfache Sortierfunktion.

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