Branchout hat keine Zukunft

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BranchOut, die Facebook Karriere-Netzwerk App, erhielt vor einigen Tagen im Rahmen einer dritten Finanzierungsrunde 25 Mio. USD und kommt inzwischen auf insgesamt 49 Mio. USD Risiko-Kapital. Wow! Respekt! Gut gemacht! Ein ganz schöner Batzen, gerade in dem verhältnismäßig ruhigen Recruitingmarkt, der nun wahrlich nicht für abgefahrene Innovationen und überdurchschnittliche Investorenaktivität bekannt ist. Aber…

Wie Marcus Tandler bereits erwähnt hat, spekuliert man vermutlich darauf, eines Tages von Facebook übernommen zu werden. Auch LinkedIn kommt mir rein theoretisch als möglicher Käufer in den Sinn.

Doch für wirklich wahrscheinlich halte ich dieses Szenario nicht. BranchOut ist aus meiner Sicht ein schlechteres LinkedIn oder Xing, das auch noch 100% von Facebook abhängig ist. Die Nutzerbasis setzt sich zu 100% aus Facebooknutzern zusammen. Die Funktionalität ist von der Facebook API abhängig.  Der beachtliche Nutzerzuwachs ist eher dem unaufhörlichen Vollspammen der Facebook-Profile zu verdanken und nicht etwa irgendwelchen tatsächlich neuen Möglichkeiten, die den Kandidaten und Personalern geboten werden.

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BranchOut steht für mich für eine mit dem Stempel “Social” versehene Umsetzung eines zum Aussterben verurteilten Konzepts einer geschlossenen Profil- und Jobdatenbank, und das auch noch verschachtelt in einem anderen Netzwerk. Im wahrsten Sinne “alter Wein, in neuen Schläuchen”. Wer’s kauft ist selber Schuld.

Und wer’s nachahmt ist auch selber schuld. Da werden wir demnächst mit Sicherheit den einen oder anderen Versuch erleben, ein deutsches BranchOut aufzuziehen, mit dem Ziel, an ähnliche Investitionen zu kommen. Viel Erfolg! Facebook bzw. LinkedIn werden weder die eigene Nutzerbasis zurückkaufen noch in schlechetere Funktionalität und veraltete Kommunikationskonzepte investieren.

Das Recruiting und die Jobsuche von morgen werden auf offenen Systemen aufbauen. “Alles von Überall”.

Bsp: Egal, wo ich mich gerade im Netz befinde, ob bei Google oder Facebook oder sonstwo, gebe ich als Jobsuchender in das nächstbeste Suchfeld meinen Jobwunsch ein und lande über eine relevante und vollständige Ergebnisliste auf einer Unternehmens-Fanpage oder Unternehmenshomepage mit dem passendsten Job-Angebot. Dort erhalte ich auch sofort alle nötigen Informationen über das Unternehmen, weitere Jobs, Bewertungen, Videos etc.  und über meine Freunde, die mit dem Unternehmen verbunden sind, als Arbeitnehmer oder einfach Fans der Marke. Mit einem Klick, kann ich mich Bewerben, meine Freunde ausfragen oder für den Job empfehlen. Um das alles zu tun, brauche ich mich nicht bei einem weiteren Dienst anzumelden.

In diesem Modell haben BranchOuts keine Zukunft. Wie seht Ihr das?

Pic: no future by Fabian Bromann CC2.0

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Alexander Fedossov

Alexander ist als technischer Geschäftsführer für die Produktentwicklung sowie die konzeptionelle und technische Realisierung aller Projekte und Ideen bei atenta verantwortlich.

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  • Ludger Strom

    Hi Alex, ich sehe das ähnlich. Einmal angemeldet und dann vergessen. Von meinen Xing-Kontakten ist nur ein überschaubarer Teil in Facebook zu finden. Eigentlich gibt es sowas wie Branchout ja auch nur deshalb, weil Facebook seine Suchkriterien nicht offen legt. Wenn es das “neue Internet” werden will, muss es die sowieso irgendwann öffnen. Gruß, Ludger

    • http://www.wollmilchsau.de Alexander Fedossov

      Hi Ludger, guter Punkt, den ich in der Form vergessen habe. Facebook braucht in der Tat “zwei Schalter” umzulegen und dann ist Facebook auch BranchOut. Und im Grunde wäre diese Entwicklung nur logisch.

      Grüße

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