Employer Branding Videos: Ein Vergleich, ein Problem und eine Lösung

HR & Recruiting, Praxison August 26th, 2010• von Tobias Kärcher5 Comments

    Für den Aufbau eines Arbeitgeberimages sind Videos eine großartige Sache – rein theoretisch. Man kann in kurzen Clips Stimmung vermitteln, Menschen zeigen und Arbeitsabläufe darstellen. Die Möglichkeiten der Manipulation sind dabei ebenfalls vielfältig: Kaum ein Medium lässt sich so gezielt emotional steuern wie eines, das Bild, Bewegung und Ton miteinander verbindet. Zwei Beispiele:

    Der Klassiker

    Lukasz Gadowski, seines Zeichens Gründer von Spreadshirt, filmte im Jahr 2006 die damals neuen Büroräume des Start-Ups. Mit wackeliger Handykamera und nicht ganz akzentfreiem Englisch führt er durch die neuen Büroräume, erzählt dies und das, stellt einige Mitarbeiter vor – sympathisch, ehrlich, direkt. Man hat nach vier Minuten das Gefühl, einmal selbst bei Spreadshirt zu Gast gewesen zu sein.

    Das Video sammelte inzwischen über 36.000 Views. Die meisten davon in den letzten zwei Jahren, denn da wurde das Video zum ersten Mal auf Spreadshirt-Pages eingebettet. Davor lag es relativ unbeachtet auf Lukasz’ YouTube-Account. Inzwischen hat es eine kleine virale Musterkarriere hinter sich und ist vielbeschriebener Best-Practice-Case.

    Ein Neuling

    Aus dem Hause Bayer kommt ein grundsätzlich anderer Ansatz: Professionell in Szene gesetzt und abgefilmt schreiben Mitarbeiter auf eine Kreidetafel, warum sie sich bei Bayer wohlfühlen:

    Dieses Video sammelte im ersten Monat gerade einmal 250 Views, das Making-Of hingegen schon das 10-fache: 2500:

    Anscheinend kommen die auf den ersten Blick nicht ganz so perfekt durchproduzierten Videos beim Publikum doch etwas besser an? Auch gut möglich, dass das Bayer-Personalmarketing das ganz genau wusste, und das Original nur als “Vorwand” für den Directors-Cut dient. Ein Großteil der Erwähnungen seitens Bayer verweist zumindest auf das Making-Of, nicht auf das Original. Auch auf der BayerKarriere Facebook-Page kommt diese Version gut an: 37 Likes bei rund 1.400 Fans ist ein solider Wert.

    Ein Problem

    Die Frage ist, wie man diese Videos unter das Volk bringt. Es geht ja meist nicht darum, auf der eigenen Karriere-Page, den Unentschlossenen einen letzten Impuls zur Bewerbung zu geben, sondern vor allen Dingen darum, die nötige Aufmerksamkeit im Netz zu bekommen. Virale Effekte stellen sich nicht mit den ersten 30-40 Usern ein, es braucht eine gewisse Reaktionsschwelle. Man sollte also auf optimale Teil- und Verbreitungseigenschaften eines Videos achten. Unserer Meinung nach, ist YouTube das ideale Video-Portal für diesen Zweck. Technisch auf dem neusten Stand, quer über alle Systeme hochkompatibel und stabil. Zudem hat YouTube eine sehr aktive Nutzerschaft, Videos erlangen durch interne Verlinkungen und Empfehlungen eine zusätzliche Aufmerksamkeit, wie auf keinem anderen Video-Portal.

    Hier hat z.B. Bayer Potentiale verschenkt: Die Videos wurden auf der Fanpage nicht von YouTube eingebunden, sondern auf der Seite selbst hochgeladen. Bedeutet: jeder Facebook-View fehlt der YouTube-Version des Videos. Der einzelne View auf YouTube generiert in Folge meist weitere Views. Kurzfristig ist egal, wo nun die Markenbotschaft aufgenommen wird, mittel- und langfristig können solche Feinheiten aber den Unterschied zwischen einem Erfolgsfall und einem weiteren von vielen Employer-Branding-Videos ausmachen.

    Eine Lösung

    Das komfortable Einbinden von YouTube-Videos auf der Facebook-Page ist gar nicht so einfach. Man kann sie manuell auf der Wall posten (womit sie zwangsläufig mit der Zeit aus dem Blickfeld rutschen), oder sich einer der zahlreichen Apps bedienen, von denen uns allerdings keine zufrieden gestellt hat. Wir haben aus diesem Grunde eine Lücke gefüllt und unsere eigene YouTube-Facebook-App entwicklelt: Eine Beta-Version von YoubyTuby steht ab sofort kostenlos zur Verfügung und kommt u.a. mit folgenden Features:
    - Automatisches Einspeisen aller hochgeladenen Videos per RSS-Feed
    - Automatisches Einspeisen aller Videos mit einem frei definiertem Schlagwort aus YouTube
    - Posten der Videos auf der Wall
    - Darstellung der geposteten Videos in einem eigenen Tab
    - Volle Funktion auf dem persönlichem Facebook-Profil UND auf der Page.

    Auf der Wollmilchsau- Fanpage haben wir einen kleinen Test-Case eingerichtet: Wir sammeln hier automatisiert Videos zu Begriffen, die mit Employer Branding in Zusammenhang stehen. Auch diesmal bitten wir wieder um reges Ausprobieren der Applikation, schonungsloses Feedback, neue Ideen und ggf. natürlich auch ein paar lobende Worte.

    Pic: Travis Hornung

    lesenswert

    Hier bloggen Alex, Tobi und Jan von atenta aus Hamburg. Wir entwickeln Software und Agenturlösungen für Recruiting und Employer Branding im Social Web.

    • http://www.personalmarketingblog.de Lutz Altmann

      Werde ich schnell ausprobieren. Videos sind ein sehr gutes AddOn für Arbeitgeber zur positiven Imagebildung. Immer vorausgesetzt, man setzt die Videos richtig ein.

      Das Spreadshirt Video hatte auch bei uns diesen Effekt. Wir hatten damals das Gefühl unseren Kunden Spreadshirt gleich besser zu kennen. Kleine Randnotiz: ich meine, dass ich das Video schon 2007 gesehen habe. ;-)

      Lutz

    • Tobias

      @Lutz: Viel Spaß beim Testen!

      Hochgeladen wurde das Video ja schon im April 2006. Der deutliche Anstieg der Views, also der Wahrnehmung in der breiten Masse, begann allerdings erst Ende 2007 / Anfang 2008 – eben mit dem Einbetten in die Webauftritte von Spreadshirt.

    • http://www.mybayerjob.de bernd

      Hallo Danke für den Post,
      Wir haben das Video deshalb auch in Facebook eingebettet, damit es in dem Reiter Video von Facebook dauerhaft enthalten ist, denn nach den Tab-traffikanalysen ist dieser Reiter gut frequentiert. Karrierestartseite und sonstige Kanäle embedden immer die Youtube-Version. Später (nach einer gewissen Zeit) werden wir die YoutubeVersion noch mal in Facebook verlinken, den der Film ist relativ zeitlos.

      Und entgegen Deiner Annahme ist der Film nicht für die große Masse, sondern eher für die Menschen, die Bayer schon in der engeren Wahl haben. Um eine größere Masse zu treffen würden wir eher ein Viral oder was Obskures alla Otto herstellen. Vielleicht kommt das mal.

    • Tobias

      Hallo Bernd,

      Danke für Deinen Kommentar. Dass der entsprechende Reiter gut besucht ist, kann ich mir vorstellen, daraus resultiert ja auch unser Ansatz mit youbytuby: Diesen Traffic kann man zusätzlich bei YouTube zusammenführen, wenn man das YouTube-Video mit der App dauerhaft bei Facebook einbindet – was mit einem Wall-Post nicht geht, da dieser (gerade bei einer so großen und aktiven Page wie Eurer) schnell nach unten “wegrutscht”.

    • Pingback: Ein Job, sechs Nationen: Militär-Recruiting-Videos aus aller Welt | Wollmilchsau - Das Personalberater Blog

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