Microsofts Personensuchmaschine EntityCube

HR & Recruiting, Praxison Dezember 10th, 2009• von Jan und Alexander3 Comments

    Personensuchmaschinen sind beliebt. Insbesondere seit durch den Aufstieg des Social Web eine kontinuierlich wachsende Zahl von Menschen online miteinander kommuniziert. Persönliche Neugier, berufliches Interesse oder eine Mischung aus beidem treibt sie regelmäßig dazu, eine Antwort auf die Frage zu suchen, wer denn der Gegenüber eigentlich ist.

    Da die steigende Online-Aktivität dazu führt, dass personenbezogene Daten auf hunderten von Websites, Foren und Netzwerken verteilt sind, lässt sich diese Frage jedoch auch mit Hilfe von Personensuchmaschinen nicht immer leicht beantworten. Denn die Zahl personenbezogener Treffer nimmt mit der Zeit ebenso zu, wie die Zahl kommunizierender Webuser.

    Microsoft hat mit EntityCube People nun eine Personensuchmaschine gelauncht, die nicht darauf abzielt, alle zu einer Person im Netz vorhandenen Daten herauszufiltern, sondern dem Suchenden eine Zusammenfassung zu der gesuchten Person zu liefern.

    Die Suche nach dem eigenen Namen wird bei den meisten Lesern nicht genug Daten zutage fördern, um das ganze Spektrum von EntityCube zu zeigen. Erst die Suche nach Personen des öffentlichen Lebens lässt erahnen, was die Entwickler hinter EntityCube im Sinn haben.

    EntityCube

    Ziel ist offenbar nichts geringeres, als eine Personensuchmaschine zu entwickeln, die die im Netz verfügbaren Informationssplitter nicht nur zu einem kompakten Profil einer Person vereint, sondern auch einen Überblick über den sozialen Kontext der Person zu geben und im Rahmen einer “Guanxi Map” ihr soziales Einflussvermögen darzustellen.

    guanxi-map

    So faszinierend diese Idee ist, befindet sich das Ganze derzeit noch im Entwicklungsstadium und hat wie alle Personensuchmaschinen mit verschiedenen Problemen zu kämpfen, vor allem natürlich mit der Abgrenzung namentlicher Doppelgänger. Aber auch die Zuordnung von Social Network Profilen bleibt vorerst unklar. Obwohl eine “SNS” Kategorie für Social Networking Sites existiert, findet man dort ausschließlich Twitter-Accounts, während Profile bei Facebook, Xing, Linkedin, friendfeed, identi.ca etc. in der Kategorie “Web Page” angezeigt werden. Aber trotz dieser Kinderkrankheiten deutet sich mit EntityCube das Entstehen einer neuen Generation von Personensuchmaschinen an.

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    Hier bloggen Alex, Tobi und Jan von atenta aus Hamburg. Wir entwickeln Software und Agenturlösungen für Recruiting und Employer Branding im Social Web.

    • http://www.yasni.de Steffen

      Wir glauben ja eher, dass es dem Begriff “Personensuchmaschine” gebührt, endlich mal nicht als “Namens-Check-Maschine” verstanden zu werden und haben deshalb in unserer aktuellen Version genau das eingebaut (z.B. http://www.yasni.de/?query=+Wollmilchsau). Eine Anzeige der sozial vernetzten Personen gibts als “Kennen Sie auch?” seit 18 Monaten (siehe http://www.yasni.de/?name=%22Jan+Kirchner%22) – natürlich nicht so grafisch, wie es die ca. 1% der User von Bing nun sehen können, die sich extra das Browser-Plugin für IE dazu installiert haben.

      Ach – und leider funktioniert Bing wie alle amerikanischen Personensuchmaschinen halt nur für Prominente wirklich gut – wie man hier: http://entitycube.research.microsoft.com/result.aspx?q=jan+kirchner ganz gut sieht.

      Aber ok – es ist ein amerikanischer Anbieter und man kennt ihn schon … daher MUSS natürlich von dort eine neue Art von Personensuchmaschinen kommen. ;-)

    • wollmilchsau

      Hallo Steffen,
      wenn Du mal Zeit hast, schau Dir EntityCube noch mal genauer an. Du wirst feststellen, dass man damit eben nicht nur nach Personen/ Namen suchen kann, sondern, wie der Name schon andeutet, nach beliebigen “Entities” also z.B. auch Firmen . Diese Funktion ausführlicher zu beleuchten, hätte den Rahmen des Artikels gesprengt, so dass wir uns auf den Aspekt der Personensuche beschränkt haben.

      Die Tatsache, dass nur diejenigen Nutzer was von Neuentwicklungen haben, die bereit sind die erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen, liegt in der Natur der Sache, und ist aus meiner Sicht kein schlagendes Argument.

      Es ist auch keineswegs so, dass wir Entwicklungen aus dem angelsächsichen Raum und insbesondere den USA per se für gut halten, zumal wir durch die Erfahrungen mit unserer Echtzeit-Jobsuchmaschine jobtweet.de aus eigener Erfahrung wissen wie ärgerlich es ist, wenn diesen Entwicklungen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, als der eigenen ;-)

      Dass wir uns von EntityCube etwas Neues erhoffen, hat nichts mit der geografischen Lage zu tun, sondern eher mit den vorhandenen Ressourcen und den ambitionierten Plänen für Bing…

      Gruß Jan

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