Re-Employer Branding: Yahoo! Calling

yahoo calling Re Employer Branding: Yahoo! Calling

Wie würdet Ihr versehentlich oder aus Dummheit oder Kurzsichtigkeit gefeuerte Mitarbeiter/Kollegen zurückgewinnen, wenn der Fehler nach einer gewissen Zeit plötzlich erkannt würde?

Der Gedanke ist gar nicht so abwegig, vor allem im Konzernumfeld, wo gerne hin und wieder mal eben tausend Leute aufgrund von Umstrukturierungen und Kursänderungen verabschiedet werden. Das Problem ist, dass bei solchen Aktionen manchmal auch sehr gute Leute gehen müssen. Im schlimmsten Fall landen sie bei der Konkurrenz.

Nun, die Zeiten und Meinungen ändern sich ja bekanntlich.  Man erkennt plötzlich, dass in dem einen oder anderen Fall übertrieben gehandelt wurde, ist traurig, und möchte am liebsten alles ungeschehen machen.

So z.B. im Fall von Yahoo!. Der krisengebeutelte Internet-Star hat im Laufe der Jahre den einen oder anderen guten Mitarbeiter verloren. Und da offenbar keine neuen in Sicht sind, die auf das Pferd Yahoo! setzen wollen, müssen die alten wieder zurück.

Dafür hat sich Yahoo! etwas einfallen lassen. Die alten Mitarbeiter, Manager und Ingenieure, bekommen ein Willkommens-Paket zugeschickt, das sonst die neuen bekommen, allerdings mit dem Zusatz “Back”. Also ein “Willkommen-Zurück-Paket”. Der Inhalt besteht aus Allerlei à la Kühlschrankmagneten und einer ausführlichen Broschüre, die erklärt, was sich bei Yahoo! alles verändert hat, seitdem Marissa Mayer das Ruder übernommen hat.

 Re Employer Branding: Yahoo! Calling

Quelle: siliconrus.com

Man kann sich nun darüber streiten, ob das eine besonders gute und ausgefallene Idee ist. Die Reaktionen der Empfänger sind teilweise recht verhalten. Manche machen sich sogar lustig, so zumindest die Gerüchte :)

yahoo welcome back reactions Re Employer Branding: Yahoo! Calling

Dennoch ist das eine für Recruiter recht ungewöhnliche Aktion. Zumindest habe ich noch nie von einer ähnlichen gehört. Ich finde es toll, wenn Recruiter ihre Rolle als Marketer wahrnehmen. Diese Notwendigkeit ist bei Weitem noch nicht bei allen angekommen. Natürlich klappt das nicht von heute auf morgen. Aber immerhin…

Man hat es geschafft, sich bei einer Menge potentieller Kandidaten in Erinnerung zu rufen. Unter Umständen werden sich in der Tat ein paar Ehemalige auf die gute alten Zeit besinnen und der Firma eine zweite Chance geben. Und die Präsenz der Aktion in den Blogs ist sicherlich auch nicht verkehrt. So bekommen ein paar mehr Leute mit, dass Yahoo! dringend Verstärkung braucht. 

Was haltet ihr von der Aktion? Habt ihr spontan bessere Ideen, wie man so eine “Re-Employer Branding” Aktion gestalten könnte?

Pic: CC2.0  BY x-ray-delta-one 

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Alexander Fedossov

Alexander ist als technischer Geschäftsführer für die Produktentwicklung sowie die konzeptionelle und technische Realisierung aller Projekte und Ideen bei atenta verantwortlich.

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  • frankherold

    Kühlschrankmagneten?! Geld, möglichst viel, wäre eine Option. Aber wer will schon einmal abgerissene Brücken wieder aufbauen?

    • yvonne

      Möglichst viel Geld? Die Guten lassen sich nicht so einfach kaufen. Da würde es eher helfen, wenn ehemalige Kollegen beim Bier auf alte Zeiten von den abwechslungsreichen Herausforderungen, der vielversprechenden Zukunft und dem hervorragenden Arbeitsklima erzählen. Und wenn nebenbei noch die offene Stelle erwähnt wird…

      • frankherold

        Ja, Yvonne, so hat jeder seine Präferenzen. Die eine findet Bestätigung im abendlichen Trinkgelage, der andere arbeiet gern für Geld.

  • http://www.wollmilchsau.de Alexander Fedossov

    Danke für die Kommentare. Allerdings lassen sich die beiden Vorschläge eher im Vieraugengespräch umsetzen. Der Fall hier ist jedoch eine Massenaktion, bei der gleichzeitig viele Menschen angesprochen werden. Vergleichbar wäre z.B. eine Ehemaligen-Party auf Kosten des alten Arbeitgebers, oder sowas :)

  • Falo Gnileh

    Nichts wirklich “Neues” und wird in der Branche schon mehrfach, wenn auch unterschiedlich, gelebt. Manchmal tun es auch Briefe und persönliche Anrufe, wie in unserem Unternehmen eingeführt.

    • http://www.wollmilchsau.de Alexander Fedossov

      Aha, interessant. Funktioniert das gut?

  • Christoph Berger

    Mal abgesehen von den Anreizangeboten, die zu einer Rückkehr bewegen sollen/können: Wie wäre es zusätzlich mit dem Eingeständnis, einen Fehler begangen zu haben?

    • http://www.wollmilchsau.de Alexander Fedossov

      Gute Idee, aber würde man das ernst nehmen, wenn das in Form eines Standardanschreibens, für alle gleich, käme. Yahoo ging es hier offenbar darum, möglichst viele auf einen Schlag zu erwischen. Ansonsten wäre eine persönliche Entschuldigung vom Management eine interessante und eher ungewöhnliche Vorgehensweise.

      • Christoph Berger

        Nein, mit einem Standardanschreiben und mit Massenversand ist das sicher nicht möglich. Anhand der Vorgehensweise mit darauf folgendem Angebot zeigt sich aber dann, was die ehemaligen Mitarbeiter tatsächlich wert sind. Daher bewerte ich das oben beschriebene Paket auch eher skeptisch. Ich mein, Kühlschrankmagnete….