Dass Bewerber ihre Lebensläufe grafisch darstellen ist ja inzwischen schon fast ein alter Hut. Eine Sammlung besonders schöner Beispiele findet sich hier. Wer selbst das Gefühl hat, seine Vita müsste visualisiert werden kann dies inzwischen mit Hilfe von vizualize.me und LinkedIn in wenigen Klicks erledigen. Nur Spielerei? Das Ganze kann durchaus sinnvoll sein. Gerade wer etwas komplexere Wege hinter sich hat, kann hier etwas Klarheit schaffen. Die klassischen Karrierewege, in denen sich Anstellung an Anstellung reiht werden immer seltener. Die Übergänge werden fließender, oft läuft z.B. eine selbstständige Tätigkeit parallel zu festen Projekten. Da verliert man in der klassischen Liste schnell den Überblick – und damit den Blick fürs Ganze: die Person.
Nicht weniger Komplex als ein Bewerberprofil ist jedoch die Stelle, auf die er sich bewirbt. Warum also nicht mal eine Stellenausschreibung als Infografik gestalten? Kite (Consulting aus Belgien) hat einfach das komplette Jobprofil des Consultants grafisch aufbereitet und auf die eigene Karrierepage gestellt. Da werden nicht nur viele wichtige Fragen beantwortet, Kite vermittelt gleich noch die notwendige Portion “Spaß an der Sache”.
Und? Das lässt sich doch bestimmt auch mit vielen anderen Stellenprofilen anstellen, oder? Wäre doch eine echte Bereicherung für die Karriereseite und eine nette Abwechslung für die Grafikabteilung. ;)
Auf zwei schöne Bewerbungen bin ich diese Woche gestoßen. Also: Wer gerade Bewerber für Sales, Marketing oder Kommunikation sucht, der wird hier vielleicht fündig. ;)
1. “Jobless Paddy”
Ein Freund hat mir dieses Foto seiner Morgenlektüre aus Vancouver geschickt: Dieser Ire warnt seine Landsleute vor seiner Auswanderung:
Féilim Mac An Iomaire (26) braucht eine Anstellung im Bereich Sales und Marketing. Nach seinem Abschluss arbeitete er als Travel Agent in Australien und sucht jetzt wieder einen Job in seiner Heimat. Nun ist es um die irische Wirtschaft nicht sehr gut bestellt, was ihn dazu brachte seine Ersparnisse in eine “Billboard-Werbung am Straßenrand zu investieren: Er flankiert seine Aktion mit einer Page auf Facebook (>6.600 Fans) und er twittert unter @joblesspaddy.
2. Mona Schmadl
Mona Schmadl macht gerade ihren Master in Marketing und Kommunikation in Frankfurt. Sie hat sich mit einem Video bei BMW beworben und dabei die Rollen einmal vertauscht: BMW stellt sich als Arbeitgeber beim Bewerber vor. In den Zeiten des Fachkräftemagels mehr als nur ein Gag:
Sie postete das Video auf der BMW-Karrierepage bei Facebook und bekam auch prompt eine Antwort:
Leider wurde der Original-Post inzwischen gelöscht, deswegen hier nur ein Screenshot aus dem Google-Cache. Der Grund mag sein, dass sich die beiden Parteien dann doch nicht einig wurden, aber ich mache mir wenig Sorgen, dass diese Dame ihren Arbeitsplatz findet. Großartige Idee!
Bewegtbild steht ja auch im Recruiting derzeit hoch im Kurs. Bewerbervideos auf der einen, Arbeitgebervideos auf der anderen Seiten sollen mehr Emotionen vermitteln, als die herkömmliche Text-, Standbild- und Papierform. Eine Verbindung zwischen beiden Welten könnte viasto mit seiner interview suite schaffen.
Hier können Arbeitgeber ihre Kandidaten zum Videointerview bitten. Der Recruiter formuliert die Fragen und Aufgaben und legt den Zeitrahmen zur Beantwortung fest. Die Bewerber bekommen die Fragen per E-Mail zugeschickt und müssen diese dann audiovisuell beantworten. Personaler bekommen so schon einen ersten Eindruck von der Stimme, der Sprechweise und dem Auftritt des Bewerbers. Das System kümmert sich als SaaS dabei um die Aufnahme, Archivierung und anschließende Verteilung der Interviews an die Entscheider, die sie beurteilen sollen. Diese können sich die Videoantworten zeit- und ortsungebunden ansehen, die Antworten zu den jeweiligen Fragen bewerten und so ein Resümee ziehen.
Backend und Auswertungsbereich für Arbeitgeber (Zum Vergrößern anklicken)
Mir gefällt die Idee, denn ich halte Videointerviews für eine gute Sache. Und auch die Tatsache, dass sich die Kandidaten auf die Fragen vorbereiten können, nimmt nicht unbedingt zu viel Authentizität (1€ ins Buzzword-Schweinchen) aus deren Auftreten. Ein solches Interview auf Abfrage ist eine ganz eigene Aufgabe, und daran wie die Kandidaten diese meistern, lässt sich bereits eine Menge ablesen. Und das ganze als SaaS-System anzubieten macht Sinn: So kann der Aufwand der Aufnahmen und Wiedergabe des Videos auf beiden Seiten gering und standardisiert gehalten werden. Leider gibt außer den paar Screenshots noch nicht viel mehr zu sehen, die Interview-Suite mal in Aktion (z.B. als Video) zu erleben, wäre schön.
Nach der Erhebung zum Einsatz von Social Media im Recruiting seitens der Unternehmen, veröffentlichte Jobvite nun einen Report zur Gegenseite: Die Studie Job Seeker Nation 2010 fragte Arbeitnehmer und Jobsuchende in den USA nach deren Wegen, Problemen und Erwartungen bei der Stellensuche und liefert uns dabei interessante Zahlen zum Einsatz sozialer Netzwerke.
In Deutschland fragen sich nach wie vor viele Personaler, ob Web 2.0-Recruiting nicht an der Zielgruppe vorbeigehen würde. Nicht jeder mag sich z.B. durch die demographische Abdeckung der Facebook-Nutzerschaft zum Social Recruiting überzeugen lassen – umso wichtiger jedes Material, dass die konkrete Nutzung von Social Media zur Jobsuche und Karriereplanung behandelt. Ich greife einige der entsprechenden Passagen heraus. Die vollständige Studie, die noch viele weitere Themenbereiche abdeckt, kann hier bestellt werden.
44% der Befragten geben an, über Empfehlungen und/oder soziale Netzwerke auf ihren aktuellen/letzten Job aufmerksam geworden zu sein. Im Vergleich: 33% über traditionelle Online-Jobbörsen. (Mehrfachantworten möglich)
Die Befragten, die Social Media erfolgreich für die Jobsuche verwendeten, sind in der Mehrzahl jünger, gebildeter und haben ein höheres Einkommen, als jene, die über eine Jobbörse an ihren letzten Job kamen.
29% der so erlangten Jobs gingen in gutsituierte Haushalte mit einem Einkommen von über 100.000 US-Dollar im Jahr:
Unter den Nutzern, die soziale Netzwerke zur Jobsuche einsetzen, liegt Facebook weit vorne – keine große Überraschung. Interessanter ist die Verteilung von Twitter und LinkedIn:
Wenn wir XING (als deutsches Pendant zu LinkendIn) mal in Vergleich zu den deutschen Twitternutzern setzten, so schneidet das reine Business-Netzwerk in Deutschland doch deutlich besser ab, als in den Staaten. Das wird aber weniger der deutschen Trennung von Berufs- und Privatleben geschuldet sein, als vielmehr der vergleichsweise großen Popularität von Twitter in den USA.
Die Studienergebnisse zeigen, dass sich insbesondere der proaktive Jobsuchende erfolgreich sozialer Netzwerke bedient. Da für diesen die Bedeutung anderer Kanäle dementsprechend weiter abnehmen wird, sind Personalabteilungen mit einer entsprechenden Umverteilung ihrer Budgets gut beraten. Soziale Netzwerke spielen auch neben mittel- und langfristigem Employer Branding eine wichtige Rolle: Gerade das Besetzten konkreter, vakanter Stellen geschieht immer öfter via Web 2.0.
It works! Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Eine super Sache – sowohl für Jobsuchende, als auch für Arbeitgeber, die die optimale Stellenbörse für ihre Jobangebote suchen. Unbedingt ausprobieren!
Schlechte Jobbörsen sind sehr beliebt. Zumindest gibt es jede Menge davon und es werden immer mehr. Wenn auch Sie eine Jobbörse eröffnen, oder Ihre bestehende optimieren wollen, dann befolgen Sie diese fünf Tipps! Unsere Garantie: Man wird Sie nicht von den anderen unterscheiden können!
1. Füllen Sie die Startseite mit Allem was Sie haben!
Der Jobsuchende ist geduldig. Gerne informiert er sich über Ihr gesamtes Angebot – sowohl das für Arbeitnehmer, als auch das für Arbeitgeber. Premiumpartner und weitere Geschäftsfelder Ihrer Sub-Unternehmen sind ebenso von Interesse, wie die neusten Werbevideos von Autoherstellern und Telefonanbietern. Video, Ton, Flash-Animationen: Alle multimedialen Inhalte müssen selbstverständlich beim Aufrufen der Seite automatisch starten.
2. Nur der registrierte Nutzer ist ein guter Nutzer!
Jede Aktion des Besuchers sollte eine Anmeldung mit vorheriger Registrierung erfordern. Verhindern Sie, dass Arbeitssuchende direkt Kontakt zu den Unternehmen aufnehmen können. Verzichten Sie auf die Nennung des Unternehmens in der Stellenanzeige: Grobe Branche und Bundesland reichen völlig. Keine E-Mail-Adressen, keine Telefonnummern! Sie sind der Kontakt! Denken Sie immer daran: Der Jobsuchende sucht nicht einfach einen Job, er sucht auch eine Jobbörse fürs Leben!
3. Verstecken Sie die Stellenanzeigen so gut wie möglich!
Der Jobsuchende ist im Jagdfieber. Unterstützen diesen Trieb und verstecken sie die Suchfunktionen zwischen Werbebannern und Log-In-Formularen. Oder Sie verzichten gleich völlig auf das Suchfeld und ersetzen es durch eine lange, scrollbare Liste von Branchenbezeichnungen. Und sparen sie nicht an Klassifizierungen: “Technische Berufe” oder “Ingenieure”? “Gestaltung” oder “Design”? Kleine Rätsel machen die Suche umso spannender.
4. Geben Sie Suchmaschinen keine Chance!
Idealerweise gestalten Sie ihre einzelnen Anzeigen mit allen Mitteln des modernen Internets: JavaScript-, QuickTime- und Flash-Elemente fordern die modernen Computer Ihrer Nutzer endlich mal ein wenig. Wenn Sie es sich noch einfacher machen wollen, verzichten sie auf jeglichen HTML- oder CSS-Text und gestalten die gesamte Anzeige als .jpeg-Bild. Sollten Ihre Stellenanzeigen über eigene Links verfügen: Sorgen Sie dafür, dass diese so lang wie möglich sind und aus kryptischen Zeichen und Zahlen, ohne Hinweis auf den Inhalt bestehen.
5. Wer teilt hat weniger!
Denken Sie immer daran: Wenn eine Stellenanzeige z.B. über soziale Netzwerke weiter verbreitet wird, dann ist das vielleicht gut für ihren Auftraggeber, aber nicht für Sie. Schließlich verdienen Sie letztendlich nur an den Bewerbern, die über Ihre Seite kommen! Verzichten Sie also auf Tweet-This, Facebook-Like- und Share-Buttons. Vergessen Sie diesen ganzen Web 2.0-Schnickschnack! Nicht umsonst heißt es: War for Talents!
Heute gibt es gleich drei spannende Neuerungen von unserem Projekt Jobtweet.de zu vermelden.
1. Mit einem eigenen Search Plugin für Firefox und Internet Explorer gestaltet sich die Nutzung von Jobtweet noch einfacher. Das Plugin lässt sich im Handumdrehen über die Jobtweet Seite oder über addons.mozilla.org installieren. Der Vorteil ist, dass man bequem aus dem eigenen Browser heraus nach Jobs bei Twitter suchen kann, ohne zuerst die Jobtweet.de Seite aufrufen zu müssen.
Das Plugin, das gleich in vier Sprachen verfügbar ist, wurde von den Mozilla Moderatoren nach der Prüfung veröffentlicht und genießt von Beginn an reges Interesse. So wurde innerhalb weniger Tage z.B. die deutsche Version bereits 213 und die englische gar 409 Mal installiert. Diese positive Resonanz freut uns sehr.
2. Das JobTweet Widget ist die zweite Neuerung im Bereich Nutzerfreundlichkeit. Wenn Sie Jobtweet nützlich finden, und eine Webseite oder ein Blog betreiben, können Sie Ihren Besuchern nun die Möglichkeit geben, von Ihrer Seite aus nach Jobs bei Twitter zu suchen.
Wir hoffen stark, dass dieses Widget dazu beitragen wird, auch Menschen auf die Möglichkeit der Jobsuche bei Twitter aufmerksam zu machen, die noch nicht twittern. Das Widget kann hier abgeholt werden.
3. Wenn Sie zu den Menschen gehören, die heute schon daran glauben, dass Twitter für die Stellensuche verwendet werden kann, werden Sie hoffentlich unsere dritte Neuerung mit uns gemeinsam ausprobieren wollen. Neben der eigentlichen Jobsuche hilft Jobtweet ja bereits Stellenanbietern, ihre Stellenanzeigen bei Twitter zu platzieren. Der nächste logische Schritt war die Veröffentlichung von Stellengesuchen.
Einige Twitter-Nutzer teilen über ihre eigenen Accounts mit, dass Sie auf Jobsuche sind. Dies geschieht jedoch oft in einer unstrukturierten Form, die das Finden solcher Gesuche durch Dritte fast unmöglich macht. Das wollen wir ändern.
In der neuen Rubrik “Stellensuchende” geben wir ab jetzt Twitter-Nutzern und Nicht-Nutzern die Möglichkeit, einfach und kostenlos Stellengesuche bei Twitter zu veröffentlichen. Alles, was Sie dazu tun müssen, ist ein kurzes Formular auszufüllen (siehe Bild unten). Den Rest, wie Optimierung (Hashtags/Keywords) und Veröffentlichung, übernehmen wir.
Dieser neue Service befindet sich in einer öffentlichen Beta-Phase. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns mit Ihrem Stellengesuch, Kommentaren und Vorschlägen dabei helfen, seine optimale Ausgestaltung zu finden.
Verunsicherte Personalberater springen auf den fahrenden Zug auf, in vielen Fällen ohne tatsächlich zu wissen, was sie da tun. Und größere Unternehmen halten einen “wir Twittern” Hinweis auf Ihrer Karriere Seite für das “Tüpfelchen auf dem I” ihrer Employer Branding Bemühungen.
Kandidatensuche bei Twitter?! Das ist die Frage, die sich inzwischen nicht nur Jobblogger stellen, auf die jedoch, Hand aufs Herz, hierzulande keiner eine eindeutige Antwort zu geben vermag. Auch wir wissen nicht, ob ausgerechnet Sie bei Twitter nach Fachkräften oder neuen Jobs Ausschau halten sollten. Was wir jedoch heute, genau wie im Februar, wissen, sind die Fakten: