LinkedIn | Wollmilchsau

Headhunter: Konspirative Kontaktaufnahme mit essbarer Visitenkarte

HR & Recruiting, Inspiration, Marketingon November 18th, 2011No Comments

Die Kontaktaufnahme eines Headhunters wollen Arbeitnehmer meist verheimlichen – insbesondere, wenn dessen Angebot intensiver verhandelt wird. Hier ist dann etwas verschwörerische Energie nötig:

  • E-Mails über das private Konto laufen lassen.
  • Neue Kontakte bei Xing und LinkedIn unterdrücken.
  • Nicht das Firmentelefon benutzen.
  • Nichts zu früh ausplaudern…
  • …und natürlich alle anderen Beweismittel verschwinden lassen! ;)

Essbare Visitenkarte aus Esspapier mit lebensmittelechter Farbe: Kampagne eines Personalberaters aus den Niederlanden (via directdaily, 2006)

Pic: Tony the Misfit (CC BY 2.0)

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Sachlich kühl: Hinter den Kulissen bei LinkedIn

HR & Recruiting, Inspirationon November 9th, 20111 Comment

LinkedIn startet gerade seine eigene kleine Employer Branding-Kampagne und lässt mal wieder einige seiner Angestellten vor der Kamera von ihren Jobs erzählen. Die Videos sind einerseits recht entspannt, aber gleichzeitig durchdacht und gescriptet. Ich finde die Videos jetzt allerdings eher spannend, weil mich nun mal interessiert, wie bei LinkedIn gearbeitet wird. Besonders ansprechend für Arbeitnehmer ist das Alles irgendwie nicht; zumindest nicht im Vergleich zu den anderen großen und mittleren Online/Tech-Unternehmen. Da hätte LinkedIn mal besser noch etwas anderes gezeigt als die 90er Cubical-Atmosphäre. Gerade ein Business-Netzwerk sollte da doch eher Vorreiter sein…

(A propos: Findet Ihr nicht auch, dass die Büros optisch total nach LinkedIn aussehen? Keine unnötigen Spielereien, kein Quadratmeter Platz verschenkt, kantige Dell-PCs, keine Macs – hier wird schließlich ernsthaft gearbeitet! ;) – )

Weitere LinkedIn Employee-Videos findet Ihr auf YouTube.

Pic: mariosundar (CC BY 2.0)

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Berater in Farbe: Kite erklärt den Job des Consultants

Business, HR & Recruiting, Inspirationon Oktober 25th, 20114 Comments

Dass Bewerber ihre Lebensläufe grafisch darstellen ist ja inzwischen schon fast ein alter Hut. Eine Sammlung besonders schöner Beispiele findet sich hier. Wer selbst das Gefühl hat, seine Vita müsste visualisiert werden kann dies inzwischen mit Hilfe von vizualize.me und LinkedIn in wenigen Klicks erledigen. Nur Spielerei? Das Ganze kann durchaus sinnvoll sein. Gerade wer etwas komplexere Wege hinter sich hat, kann hier etwas Klarheit schaffen. Die klassischen Karrierewege, in denen sich Anstellung an Anstellung reiht werden immer seltener. Die Übergänge werden fließender, oft läuft z.B. eine selbstständige Tätigkeit parallel zu festen Projekten. Da verliert man in der klassischen Liste schnell den Überblick – und damit den Blick fürs Ganze: die Person.

Nicht weniger Komplex als ein Bewerberprofil ist jedoch die Stelle, auf die er sich bewirbt. Warum also nicht mal eine Stellenausschreibung als Infografik gestalten? Kite (Consulting aus Belgien) hat einfach das komplette Jobprofil des Consultants grafisch aufbereitet und auf die eigene Karrierepage gestellt. Da werden nicht nur viele wichtige Fragen beantwortet, Kite vermittelt gleich noch die notwendige Portion “Spaß an der Sache”.

Und? Das lässt sich doch bestimmt auch mit vielen anderen Stellenprofilen anstellen, oder? Wäre doch eine echte Bereicherung für die Karriereseite und eine nette Abwechslung für die Grafikabteilung. ;)

Pic: JasonLangheine (CC BY 2.0)

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Warum Recruiter Facebook lieber mögen und was LinkedIn dagegen tut

HR & Recruiting, Marketing, Webon Oktober 11th, 2011No Comments

Mashable durfte einen Blick auf die noch unveröffentlichte Potentialpark-Trendstudie “Social Media in Employer Branding 2011″ werfen. Die Artikelüberschrift “7 Reasons Why Recruiters Like Facebook More Than LinkedIn” verrät nichts Überraschendes: Facebook ist auch bei den Recruitern weitaus beliebter als LinkedIn und andere Business-Netzwerke. Warum? Frei übersetzt und zusammengefasst:

  1. It’s more engaging.
    Bei Facebook ist der Nutzer eingeladen sich auf Pages zu beteiligen. Er kann Inhalte abonnieren oder den Dialog suchen. Bei LinkedIn kann er nur warten, bis er angesprochen wird.
  2. Facebook is where the action is.
    Bei Facebook passiert etwas. Bei LinkedIn halten Personaler nach Kandidaten Ausschau, die sich hin und wieder mal kurz einloggen um Kontaktanfragen zu bestätigen. Und wo sind die sonst? Bei Facebook.
  3. It’s free.
    Bei Facebook lassen sich komplexe und großartige Firmenauftritte gestalten, ohne dafür extra Gebühren zahlen zu müssen
  4. It’s a bigger network.
    800 Millionen aktive Nutzer bei Facebok <> 120 Millionen semikative bei LinkedIn.
  5. It’s more open.
    Keine Premiumaccounts, keine Recruiter-Accounts: Alle Facebook-Nutzer haben dieselben Möglichkeiten und Rechte.
  6. The Like button.
    Facebooks Like Button (und die anderen Social PlugIns) lässt Facebook-Nutzer und -Pages mit dem gesamten Netz interagieren.
  7. It’s better for branding.
    …aus oben genannten Gründen

Und LinkedIn?

LinkedIn hat nun eine kleine Neuerung im Programm. Die bis her passiven Unternehmensseiten bekommen die Möglichkeit, aktiv Stausupdates mit den Nutzern zu teilen, die ihnen folgen – ähnlich den Facebook-Pages. Warum diese Funktion ein Jahr brauchte, fragt sich Jay Dolan zurecht, und gibt auch gleich die Antwort:

On LinkedIn, all I care about with a company is seeing if I know anyone who works there, seeing if someone in my network knows someone there, or if they have job openings. I don’t need a companies latest press release, and I certainly don’t want to start a dialogue using my professional network and profile.

Ich schätze, da fürchten die Business-Netzwerke (bei den Xing-Unternehmesseiten war das ja genau das selbe) ihre Hauptklientel mit zuviel Interaktion zu überfordern. Vermutlich haben sie Recht, wenn ich mir die Reaktionen auf den Xing-Relaunch ansehe. Viele wollen nun mal eher ein Online-Rolodex als ein soziales Netzwerk. Dieser Spagat wird noch eine echte Herausforderung.

Pic: TOKY Branding und Design (CC BY 2.0)

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Blaue Allianz: Kooperiert Facebook endlich mit LinkedIn?

Business, HR & Recruitingon September 15th, 20111 Comment

Dass sich LinkedIn und Facebook irgendwann die Hand geben würden, wurde hier schon öfter orakelt. Nun scheint sich da tatsächlich etwas zu tun. Gerüchte besagen, dass eine neue Form der Zusammenarbeit mit Facebook verkündet werden soll. Und dabei soll auch der Begriff “jobs listings” gefallen sein. An der Börse zumindest, scheint man dem Glauben zu schenken. In meiner Phantasie gibt es mal zunächst zwei Ebenen auf den denen man die 750 Millionen Facebook-Profile mit den 100 Millionen von LinkedIn zusammen führen könnte:

Unternehmens-Pages / Profile

Naheligend: Unternehmen und deren Facebook-Pages könnten von einer Zusammenarbeit profitieren. Offene Stellen ließen sich ebenso einbinden, wie Mitarbeiter und Ansprechpartner, etc.. Eine völlig neue neue Form der Unternehmensdarstellung wäre so möglich. Eine Page, verknüpft mit dem LinkedIn-Unternehmensprofil, enthält alle nötigen Informationen, gepflegt und aktualisiert über LinkedIn. Eventuell würde man so auch endlich das Problem der vielen unterschiedlichen Pages bei größeren Unternehmen (unbewusst angelegt von Mitarbeitern, durch fehlerhaftes Eintragen in den Infobereich) in den Griff bekommen. Was mich zur zweiten Idee führt: Die zusätzliche Verknüpfung mit einem privaten Profil:

Persönliche Profile

Gäbe es die Möglichkeit, das LinkedIn-Profil in den Facebook Info-Bereich zu integrieren, würde ich das sofort nutzen. Der Bereich “Ausbildung und Beruf” wird selten ernsthaft oder vollständig ausgefüllt, Facebook könnte dadurch auch Google+ (als den designierten “neuen Identitäts-Dienst“) über die rein private Nutzung hinaus Paroli bieten.Für LinkedIn hat dieser Kampf gegen den gemeinsamen Feind noch weitere Vorteile. Viele inaktive Nutzer würden ihre Profile als Teil ihres Online-Auftritts aktuell halten und nicht nur alle paar Monate mal besuchen, wenn eine neuer Job gesucht oder eine neue Telefonnummer eingetragen werden muss. Vom zusätzlichen Traffic für LinkedIn will ich hier gar nicht reden. Dass sich zwei Netzwerke durch eine Kooperation die User nicht wegnehmen, sondern zu einer gemeinsamen Nutzung inspirieren lassen, zeigte sich gerade an der Kombination Facebook und Skype. (Übrigens auch eine kleine Abwehrreaktion gegen Google+.)

Warten wir mal ab, was sich da in den nächsten Tagen tut.

Pic: Tim Green aka atoach (CC BY 2.0)

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wollmilchsauTV 36 – Xing oder LinkedIn?

Business, Web, WollmilchsauTVon September 11th, 20114 Comments

Xing hat die 5 Millionen Nutzer im deutschsprachigen Raum geknackt, LinkedIn hat eine eigene Dependance in München  eröffnet. Der Kampf der Business-Netzwerke auf deutschem Boden ist offiziell eröffnet. Obwohl es einen heimlichen Favoriten gibt, gehen die Meinungen wie vor jedem guten Fight auseinander. Alex und ich haben mal etwas frische Luft geschnappt und uns dabei eigene Gedanken gemacht: Xing oder LinkedIn?

Pic: Robbit (CC BY 2.0)

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US Medienecho: Facebook Recruiting nimmt Fahrt auf

HR & Recruiting, Webon August 9th, 20112 Comments

Ein aktueller Artikel aus dem Wall Street Journal macht in den USA derzeit eine große Runde durch alle Medien, von Forbes bis hin zu… ja, Fox-News: Recruiters Troll Facebook For Candidates They Like. Ein Bekannter, der mit Social Media (Recruiting) vertraut ist und seit eineinhalb Jahren in NewYork lebt, kann sich nicht erinnern, dass dieses Thema je so breit in den Massenmedien diskutiert wurde: “It´s even on the morning shows”.

Nachdem in den USA die klassischen Jobbörsen zunehmend in Bedrängnis kommen und LinkedIn Social Network Nr. 2 wurde, sehen die Analysten nun die 750 Millionen Facebook-Nutzer auf der Landkarte der Recruiter auftauchen. Noch hat LinkedIn diesbezüglich die Nase klar vorne; doch jetzt, wo bemerkt wird, was über soziale Netzwerke so alles möglich ist, da wird natürlich auch geschaut, was links und rechts des Weges liegt. Die Entwicklung von Facebook-Layer-Apps wie BranchOut und BeKnown wird da als zusätzliches Indiz gewertet – in meiner Prognose jedoch allenfalls eine Übergangslösung.

Ein Video-Beitrag mit interessantem Interview: (etwas Werbung vorab)

Wer es etwas lokaler mag, dem sei der ausführliche Artikel “Wie Facebook das Recruiting verändert” aus der WirtschaftsWoche empfohlen.

Pic: garryknight (CC BY-SA 2.0)

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Apply with LinkedIn – Die One-Click-Bewerbung für jede Website

HR & Recruiting, Tools & Technikon Juli 26th, 20116 Comments

LinkedIn kommt mit einem schicken PlugIn für die (Karriere)Website um die Ecke: Apply with LinkedIn – ein Bewerbungs-Button, der mit ein paar Zeilen Code via copy&paste in das eigene Jobangebot eingebaut werden kann. Interessenten bekommen die Gelegenheit, sich mit dem eigenen LinkedIn-Profil zu bewerben. Der Personaler bekommt die Bewerbung per Mail oder gleich in das (unterstützte) Bewerbermanagementsystem gespeist. Und so sieht das dann aus:

Das Ganze funktioniert denkbar einfach. Nach wenigen Minuten im Generator ist der Code erstellt und einsatzbereit. Dabei lassen sich auch noch Ja/Nein-Fragen, Job-IDs und Tracking-Daten implementieren. Mit einem Logo-Import und einer frei wählbaren Rahmenfarbe lässt sich das Outfit noch an die eingene CI anpassen. Als Bewerber habe ich im letzten Schritt die Möglichkeit, eine alternative E-Mail oder Telefonummer anzugeben:

LinkedIn geht damit einen guten Schritt auf die Unternehmen zu und bringt sie näher an die Kandidaten. Bewerbungshürden werden weiter abgebaut und der Erstkontakt deutlich vereinfacht. Eine One-Klick-Bewerbung hat etwas spontanes und unverbindliches, ist aber wegen des hinterlegten Profils dennoch gehaltvoll. Ich gehe mit meinem LinkedIn-Profil ja nicht auf große Spam-Tour, kann mich aber als Person zu einem Job vorstellen. Als Unternehmen kann ich damit nicht nur meine Karrierepage aufwerten, ich kann auch bei anderen (javascript-fähigen) Online-Auftritten (Homepage, Blogartikel, etc.) die Möglichkeit einer direkten Bewerbung/Vorstellung einbauen. Auch eine gute Gelegenheit für Unternehmen, die bis jetzt noch gar keine Online-Tools im Recruiting einsetzen, jetzt damit zu beginnen.

Pic: Keoni Cabral (CC BY 2.0)

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Der Social Recruiting Report 2011

HR & Recruiting, Inspirationon Juli 18th, 20113 Comments

Nach jobvites Job Seeker Nation Report kommt nun die diesjährige Erhebung der Gegenseite, der Social Recruiting Report 2011. Auch wenn wir hier ausschließlich die USA betrachten, die in Sachen Recruiting 2.0 ein, zwei Jahre Vorsprung haben, so zeigt dieser Blick über den Tellerrand immerhin, was möglich ist – bzw. zukünftig möglich sein wird. Auch wenn sowohl Jobmarkt, als auch Unternehmenskultur hierzulande anders ist; dieser extreme Trend wird sowohl in der Jobsuche, als auch im Recruiting weiter Fuß fassen. (Zum Vergleich: Die Ergebnisse des letzten Jahres)

Kernaussagen 2011

Befragt wurden 800 Personaler und Headhunter in den USA:

  • 64% der Befragten haben im Jahr 2011 über soziale Netzwerke eingestellt, 58% waren es im Jahr 2010.
  • 55% erhöhen ihre Budgets für Social Recruiting, nur 16% für Stellenbörsen.
  • Empfehlungen bringen nach wie vor die beste “Bewerberqualität”: 10% aller empfohlenen Kandidaten wurden eingestellt, im Vergleich zu den 1% Einstellungen aus den herkömmlichen Bewerbern
  • 64% der befragten Unternehmen nutzen mindestens zwei Netzwerke für das Recruiting, 40% nutzen drei oder mehr.
  • Die meisten “sozialen” Einstellungen liefen über LinkedIn ,die bessere Empfehlungsquelle war allerdings Facebook und Twitter.
  • 77% der Befragten spüren verstärkten Wettbewerb um Talente, fast zwei Drittel (61%) beabsichtigt, im kommenden Jahr direkt von Wettbewerbern zu rekrutieren.

Weitere Zahlen

Social Recruiting Plans Social Networks for Recruiting
Multiple Networks for Recruiting Use of Candidate Profiles
Investment Growth in Recruiting Sources

Und zum Abschluss spendiert uns jobvite noch die obligatorische Infografik, die die Erkenntnisse der beiden Studien geschlossen betrachtet:

Pics: jobvite, Nesster (CC BY 2.0)

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Zerply reduziert ein Business-Netzwerk auf das Wesentliche

HR & Recruiting, Webon Juni 23rd, 20115 Comments

LinkedIn ist nicht gerade ein Wunder der Usabilty, und auch XING treibt die deutschen Nutzer immer wieder in den Wahnsinn – Update hin oder her. Bei beiden Diensten sind immer noch zu viele unterschiedliche Ebenen ineinander verschachtelt und nur über lange Klickwege zu erreichen. Mal ehrlich: Diese Business-Netzwerke haben nichts von der Klarheit und Zugänglichkeit, die das Web 2.0 ausmachen. Zerply ist ein neuer Dienst, der hier eine Lücke füllen möchte.

Zerply vereint die Übersichtlichkeit von Plattformen wie about.me oder flavors.me mit den Informationen eines beruflichen Netzwerks. Die Profilseiten sind öffentlich zugänglich, und präsentieren, je nach gewähltem Layout das, was einem wichtig ist. Ausbildung und Werdegang werden auf das Wesentliche reduziert, die aktuellen Profile im Netz sind prominent platziert. Kontakte werden mit einem Klick im Adressbuch gespeichert, ohne Anfrage. Wer persönlichen Kontakt aufnehmen möchte, kann das über eines der angegeben Netzwerke oder E-Mail tun.

Der Nutzer hat unterschiedliche Designs zur Auswahl

Ergänzt wird das ganze durch ein Empfehlungs-System. Für die eigenen Arbeitsbereiche lassen sich “Likes” von anderen Nutzern sammeln. Gute Idee! So werden Empfehlungen möglich ohne “Ich habe X bei Y als sehr erfahrenen Z kennen gelernt”-Geschichten. (…die ich persönlich leicht etwas peinlich finde.) Das Empfehlungsmodul lässt sich auch als Widget auf anderen Seiten einbinden.

Das eigene Profil ist mit wenigen Klicks erstellt. Alle wesentlichen Daten werden auf Wunsch von LinkedIn oder Facebook übernommen. Foto hochladen, ein paar Angeben zur eigenen Person fertig. Und das beste: Keine nervigen Benachrichtigungen, wenn das Profil erst zu 78% ausgefüllt ist, weil der Lebenslauf im PDF-Format noch fehlt oder die Gesellschaftform des ersten Arbeitgebers noch nicht ausgefüllt ist. Du präsentierst dich so, wie Du es für richtig hältst.

XING oder LinkedIn bieten eine natürlich Fülle von Zusatzfunktionen, wie Gruppen, Events, Jobangebote, ganz zu schweigen von einem eigenen Nachrichtensystem und Acitivity Steams – da kann Zerply nicht mithalten. Muss es auch gar nicht: Wer aber eine schicke Visitenkarte im Netz haben möchte, ohne den ganzen Tag Gruppennewsletter, Kontaktanfragen oder Eventeinladungen zu bekommen, der kann mit Zerply glücklich werden. Leider kenne ich nur eine Handvoll Menschen die es nutzen. Also, anmelden, ausprobieren und.. *hust* ;)

Das Ganze befindet sich noch in der Entwicklung, also übersehen wir ein paar kleine Bugs sind gespannt auf die nächsten Monate.

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Gedanken zum LinkedIn Börsengang

Business, HR & Recruitingon Mai 23rd, 20112 Comments

Der LinkedIn Börsengang versetzt die Finanzwelt und die Internetbranche in helle Aufregung. Der Grund ist die astronomische (Über-)Bewertung des Unternehmens. Umsatz und Gewinn, ca. 240 Mio. USD bzw. ca. 15 Mio. USD in 2010,  sind vergleichbar mit einem x beliebigen “hidden champion” Mittelständler, die Bewertung i.H.v. ca. 8,8 Mrd. USD (bei einem Kurs um die 94$)  kanns dagegen mit deutschen Größen, wie Lufthansa, Hochtief oder Fresenius, aufnehmen.

Natürlich hinken solche Vergleiche, die sehr gerne von der Presse verwendet werden.  Denn betrachtet man z.B. die Umsatzrendite, so liegt LinkedIn mit ca. 6% deutlich über den 3% von Fresenius. Warum sollte die LinkedIn Aktie also relativ gesehen nicht besser bewertet sein können als andere, wenn LinkedIn als Unternehmen effektiver arbeitet und mit vergleichbar weniger Personal und Aktiva eine bessere Rendite erzielt als viele Unternehmen aus den konservativen Branchen ?!

Naja, dennoch ist hier trotz vielfälltiger möglicher Analyseansätze schon eine gewisse Skepsis angebracht.  Egal, wie man es dreht: Die Bewertung übersteigt um ein Viel-, Viel-, Vielfaches den Gewinn und es nicht klar, wie LinkedIn  diese Bewertung jemals rechtfertigen will.  Ganz einfach gedacht, der Wachstum von LinkedIn ist von der Nutzerzahl abhängig, und die ist nicht unendlich. Auch die Ausbeute pro Nutzer wird irgendwann trotz der Premiumzugänge, der Werbung und der Recruitingprodukte an ihre Grenzen stoßen. Man muss sich heute die Frage stellen, wie denn die Gewinne ausfallen könnten, wenn dieser theoretische Punkt erreicht ist.  Meine Meinung: ich glaube nicht, dass LinkedIn die Nutzerzahl oder den Gewinn pro Nutzer um den Faktor 500 (8,8 Mrd. / 15 Mi0. = 586) jemals steigern kann.

Klar gibt es hier unterschiedliche Meinungen, und so gibt es offenbar Menschen, die sich sicher sind, dass es möglich ist und so zahlten einige am Ausgabetag bereits um die 122$ pro Aktie. Ob uns eine neue Blase bevorsteht, ist daher gar nicht die Frage, sondern ob wir für eine neue Blase bereit sind. Ganz ehrlich, es sieht ganz danach aus.  Für die 122$ Käufer ist die Blase sogar schon Realität, denn sie liegen bereits mit knapp 25% im Minus, und das innerhalb von 2 Tagen. Weiter Analysen zur Bewertung lohnen sich nicht wirklich, der Markt wird’s regeln.

Ergänzend möchte ich auf ein paar Gedanken eingehen, die mir im Zusammenhang mit dem LinkedIn Vorstoß durch den Kopf gehen. Vielleicht habt Ihr auch eine Meinung dazu?!

1. Ich gehe fest davon aus, dass es kurzfristig wesentlich mehr Geld für die Internet Start-Up Szene in den USA und vor allem Europa geben wird.

2. Sehr wahrscheinlich ist auch, dass die Online Recruiting Nische (im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken) zum ersten Mal so richtig auf dem Radar vieler aktiver und zukünftiger Investoren aufgetaucht ist. Neue Netzwerke werden wir nicht sehen. Dafür aber den einen oder anderen Versuch, mit Recruiting Applikationen in sozialen Netzwerken, im Windschatten von LinkedIn, die schenlle Mark zu machen.

3. Ich bin sicher, dass der Erfolg von LinkedIn der Entwicklung von Crowdfunding zu Gute kommen wird. Mutige Kleinanleger sollten die Möglichkeit haben, Start-Ups in den frühen Phasen zu unterstützen. Stakeholdern und VCs bei solchen Börsengängen überteuerte Anteile abzukaufen, kann nicht die einzige Alternative bleiben, um in gute Geschäftsideen zu investieren.

Interessant ist auch der Blick in LinkedIns Börsenunterlagen. Dort äußert sich LinekdIn zum aktuellen Stand, Perspektiven und Risiken.

4. XING wird z.B. als einer der Risikofaktoren für die internationalle Strategie erwähnt.  Hier darf man gespannt sein, wie man mit einem soclhen Risikofaktor umgehen wird. Die pralle Kriegskasse dürfte nun auf jeden Fall ausreichen, um sich bei XING einzukaufen. Ich denke, dass dieser Schritt sehr wahrscheinlich ist.

“increased competition from local websites and services, that provide online professional networking solutions, such as Germany-based Xing and France-based Viadeo, who may also expand their geographic footprint; “, (S. 20)

5. Auch Facebook wird an einer Stelle kurz erwähnt, allerdings nicht wirklich ausführlich. Das hat mich zunächst überrascht.

“The market for online professional networks is new and rapidly evolving. Other companies such as Facebook, Google, Microsoft and Twitter could develop competing solutions or partner with third parties to offer such products.”, (S.18)

Man könnte vermuten, dass hier bewußt ein sehr bedeutender Risikofaktor ignoriert wird. Facebook ist, so die weitläufige Meinung,  einfach eine sogar ziemlich große Gefahr für LinekedIn, viel Größer als Microsoft oder Twitter, denn es geht ja vor allem um Nutzer. Stutzig macht mich jedoch die Tatsache, dass der LinkedIn Gründer Reid Hoffman, selbst offenbar ein Facebook Investor der ersten Stunde ist, und dass Facebook ihm einen weiteren wichtigen Kontakt im Wert von 500.000$ Startfinanzierung zu verdanken hat. Vielleicht kann ja LinkedIn doch viel ruhiger schlafen als viele annehmen, da es bedeutende (persönliche) Verflechtungen gibt?!

6. Zum Abschluss sei noch auf die Sorge LinkedIns verwiesen, nicht genung passendes Personal für die Verwirklichung der Wachtsumspläne gewinnen zu können. Diesem Risiko wird weit mehr Aufmerksamkeit geschenkt, als Xing, Facebook & Co.

“Our growth strategy also depends on our ability to expand and retain our organization with world class talent. Identifying, recruiting, training and  integrating qualified individuals will require significant time, expense and attention. In addition to hiring new employees, we must continue to focus on retaining our best talent. Competition for these resources is intense, particularly in the San Francisco Bay Area, where our headquarters is located. If we are not able to effectively increase and retain our talent, our ability to achieve our strategic objectives will be adversely impacted, and our business will be harmed. “, (S. 23)

Eine Ironie, dass das Unternehmen mit der weltweit mit Abstand besten und größten Bewerberdatenbank, ein Pioneer und Weltmarktführer in Sachen Online/Social Media  Recruiting, sich solche Sorgen macht?! Ganz und gar nicht. Eher ein deutlicher Beleg dafür, dass die Gewinnung von Talenten ein permanenter, mehrdimensionaler Prozess ist/sein sollte, der keine Allheilmittel kennt. Diese Erkenntniss fehlt vielen Unternehmen, was im Moment noch zu oft zu falscher Erwartungshaltung, gerade im Umgang mit neuen Recruitingkanälen führt.

Pic: borman818 (CC BY 2.0)

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LinkedIn hat 100 Millionen Mitglieder! (Infografik)

HR & Recruiting, Webon März 22nd, 20111 Comment

Herzlichen Glückwunsch: LinkedIn erlebt derzeit ein Wachstum von einem neuen Nutzer pro Sekunde und hat damit gerade die Grenze von 100 Millionen Mitgliedern geknackt. “Ein Stapel bestehend aus 100 Millionen Visitenkarten wäre übrigens 30 Kilometer hoch.”, rechnet das derzeit weltgrößte Business-Netzwerk stolz vor und präsentiert diese Zahl mit einigen anderen in einer schicken Infografik.

Pic: Adriano Gasparri

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Studie zur Jobsuche: Soziale Netzwerke immer beliebter

HR & Recruiting, Webon März 14th, 20117 Comments

Nach der Erhebung zum Einsatz von Social Media im Recruiting seitens der Unternehmen, veröffentlichte Jobvite nun einen Report zur Gegenseite: Die Studie Job Seeker Nation 2010 fragte Arbeitnehmer und Jobsuchende in den USA nach deren Wegen, Problemen und Erwartungen bei der Stellensuche und liefert uns dabei interessante Zahlen zum Einsatz sozialer Netzwerke.

In Deutschland fragen sich nach wie vor viele Personaler, ob Web 2.0-Recruiting nicht an der Zielgruppe vorbeigehen würde. Nicht jeder mag sich z.B. durch die demographische Abdeckung der Facebook-Nutzerschaft zum Social Recruiting überzeugen lassen – umso wichtiger jedes Material, dass die konkrete Nutzung von Social Media zur Jobsuche und Karriereplanung behandelt. Ich greife einige der entsprechenden Passagen heraus. Die vollständige Studie, die noch viele weitere Themenbereiche abdeckt, kann hier bestellt werden.

  • 44% der Befragten geben an, über Empfehlungen und/oder soziale Netzwerke auf ihren aktuellen/letzten Job aufmerksam geworden zu sein. Im Vergleich: 33% über traditionelle Online-Jobbörsen. (Mehrfachantworten möglich)
  • Die Befragten, die Social Media erfolgreich für die Jobsuche verwendeten, sind in der Mehrzahl jünger, gebildeter und haben ein höheres Einkommen, als jene, die über eine Jobbörse an ihren letzten Job kamen.
  • 29% der so erlangten Jobs gingen in gutsituierte Haushalte mit einem Einkommen von über 100.000 US-Dollar im Jahr:
  • Unter den Nutzern, die soziale Netzwerke zur Jobsuche einsetzen, liegt Facebook weit vorne – keine große Überraschung. Interessanter ist die Verteilung von Twitter und LinkedIn:

Wenn wir XING (als deutsches Pendant zu LinkendIn) mal in Vergleich zu den deutschen Twitternutzern setzten, so schneidet das reine Business-Netzwerk in Deutschland doch deutlich besser ab, als in den Staaten. Das wird aber weniger der deutschen Trennung von Berufs- und Privatleben geschuldet sein, als vielmehr der vergleichsweise großen Popularität von Twitter in den USA.

Die Studienergebnisse zeigen, dass sich insbesondere der proaktive Jobsuchende erfolgreich sozialer Netzwerke bedient. Da für diesen die Bedeutung anderer Kanäle dementsprechend weiter abnehmen wird, sind Personalabteilungen mit einer entsprechenden Umverteilung ihrer Budgets gut beraten. Soziale Netzwerke spielen auch neben mittel- und langfristigem Employer Branding eine wichtige Rolle: Gerade das Besetzten konkreter, vakanter Stellen geschieht immer öfter via Web 2.0.

Pics: alancleaver_2000 und Jobvite Studie “Job Seeker Nation 2010″

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Facebook vs. Xing, LinkedIn und Co.

HR & Recruiting, Praxison Dezember 8th, 20107 Comments

Vor wenigen Tagen hatte Jan drei wichtige Schritte von Facebook auf dem Weg zur Vorherrschaft im Web erörtert. Mit der Einführung des neuen Profil-Looks am 06.12. kommt nun ein weiterer entscheidender Schritt dazu. Facebook ist auf dem Weg, ein “Universal Social Network” zu werden und kleinere spezialisierte Nischenanbieter, wie Xing, LinkedIn und Co. mittelfristig überflüssig zu machen.

Die berufsrelevanten Informationen, aktuelle Position, Abschluss, Sprachkenntnisse, Wohnort sowie aktuelle und ehemalige Arbeitgeber samt kollegialen  Verbindungen, rücken (wieder!) in den Vordergrund der persönlichen Facebook-Profile. Dazu kommen Angaben zu den politischen und religiösen Ansichten, Kontaktdaten und Interessen in einer Ausführlichkeit, die kein anderes Netzwerk in der Form bietet.

Es fehlt nur noch eine Kleinigkeit: ein Kästchen in den Nutzereinstellungen – “Mein Profil für die (Facebook-) Suche freischalten”. Sollte so etwas kommen, und ich bin sicher, das wird es, wird man als Personaler, Netzwerker, Marketer usw. einfach keine anderen Netzwerke mehr brauchen. Punkt. Facebook wird neben der alltäglichen Kommunikation mit den Freunden ebenso gut für die direkte Personalsuche, Leadgenerierung und Netzwerken verwendet werden können. Und das wesentlich besser als Xing. Da Facebook heute schon eine wesentlich lebendigere und realistischere Abbildung einer Person bietet.

“Facebook ist doch ein privates Spaßnetzwerk! Warum sollte ich oder überhaupt jemand das Nutzer-Profil detailliert ausfüllen?! Dazu gibt’s doch die Businessnetzwerke… .”

Eben, Facebook ist ein Spaßnetzwerk. Das paradoxe ist doch, dass Facebook es einfach drauf hat, aus allem, was dort passiert, einen Spaß zu machen. Angabe von persönlichen bzw. beruflichen Informationen ist da keine Ausnahme. Das Facebook Profil ist wie ein Weihnachtsbaum, den man täglich zusammen mit den Freunden schmücken kann (anstatt zu arbeiten :-) ). Und Facebook liefert immer wieder neuen Weihnachtschmuck.

“Ach, guck mal, das tolle Logo meiner Firma. Hui, schau mal, 25003 Leute mögen meine Uni. Und mit der Ute habe ich nicht nur zusammen bei den Dortmunder Stadtwerken gearbeitet, wir mögen auch beide Twilight und haben beide mal ‘Understandig Media’ gelesen. Toll! Ich bin nicht alleine, ich gehöre irgendwo dazu. Mal sehen, was mich sonst noch mit der Welt da draußen verbindet, und ob dieses irgendwo sich immer weiter vergrößern lässt.”

Xing, LinkedIn und Co.liefern dagegen nur pure Langeweile, triste virtuelle Einsamkeit, Wettbewerbsdenken, und das alles verpackt in technische Rückständigkeit bzw. unübersichtliche Nutzeroberflächen.

Warum sollte man sich das freiwillig antun?!

Pic: Mashup aus Streetfighter IV und Facebook, LinkedIn, Xing Logos

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Career Tree visualisiert Karrieren aus LinkedIn-Profilen

HR & Recruiting, Praxison November 23rd, 20101 Comment

Bei Newsweek gefunden: Der Career-Tree visualisiert Karrieren und LinkedIn-Profile als Baumstruktur. Jeder Karriereschritt lässt einen neuen Ast wachsen. Je länger man in einer Branche tätig ist, desto mehr “Blätter” bekommt dieser Ast.

So war Barack Obama also schon etwas umtriebiger …

…als seine Außenministerin Hillary Clinton:

Ob es daran lag, dass Barack 2008 für die Demokraten ins Rennen gegangen ist oder daran, dass er im Gegensatz zu Hillary überhaupt ein LinkedIn Profil hat, sei mal dahingestellt. :P Hillarys Baum wurde wohl mit der zweiten Funktion des Tools erstellt: Diese Graphen lassen sich auch unabhängig vom eigenen LinkedIn-Profil bauen.

A propos: Die Website von Barack Obama im Vergleich zu Hillary Clintons. Das gibt für Hillary schonmal dicke Abzüge im Hinblick auf die aktuelle LinkedIn-Kampagne “BrandYou”.

Pic: Irargerich

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LinkedIn: zwei neue Produkte für Recruiter

HR & Recruiting, Praxison November 4th, 2010No Comments

Vom 1-3 November verlief die von LinekdIn ins Leben gerufene Talent Connect Conference 2010 in San Francisco. Dort wurden unter anderem zwei neue Recruiting Produkte von LinkedIn vorgestellt: Referral Engine und Jobs for You Ads.

Referrral Engine

Mit Referrral Engine, das in 2011 gestartet wird, erhalten Unternehmen die Möglichkeit, Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter Programme im Rahmen der LinkedIn Plattform umzusetzen.

Besondere Aufmerksamkeit wird hierbei der Problematik von unbegründeten Empfehlungen geschenkt. Das sind Fälle, wo Freunde empfohlen werden, weil sie Freunde sind, und nicht weil sie die Qualifikation besitzen. Die Idee von LinekdIn ist, das  Pre-Screening für die Empfehlenden zu übernehmen und dadurch die Qualität der Empfehlung zu erhöhen.

Und das funktioniert so: veröffentlicht ein teilnehmendes Unternehmen ein Stellenangebot bei LinkedIn, durchsucht LinkedIn automatisch die persönlichen Netzwerke der Mitarbeiter des Unternehmens nach passenden Kandidaten und unterrichtet die Mitarbeiter dann darüber, wen sie empfehlen könnten.

Danach benötigt der Mitarbeiter nur wenige Klicks, um eine Empfehlung durchzuführen.  Bei Inaktivität wird man auch erinnert, dass da noch ein paar mögliche Empfehlungen in der Pipeline sind.

Ich finde die Idee gut. Mitarbeiterempfehlungen  – gerade so komplex wie ein Facebook-Like. Das wird laufen :-) Überspitzt formuliert, wird hier den Empfehlenden das Denken und die Verantwortung für die Folgen einer schlechten Empfehlung völlig abgenommen.”Referral Engine hat mir gesagt, der wäre ok. Und Sie wollten ja, dass wir da mitmachen…”. Klasse.

Das Ganze soll es nach unseren Infos auch umsonst geben. Das Geld kommt über die Anzeigen. Und je mehr Anzeigen man schaltet, desto besser wird der (vermutlich lernfähige) Algorithmus funktionieren.

Jobs for You Ads

Mit Jobs for You Ads werden die bei LinkedIn veröffentlichten Stellenangebote über die Grenzen der Plattform hinaus gezielt und selektiv im Web verbreitet.

Hui, was heißt das jetzt genau?! Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es LinkedIn darum, den Kandidaten auf der Grundlage Ihrer LinkedIn Profile nur die wirklich passenden Jobs eines Unternehmens anzuzeigen. Und das nicht nur auf der LinkedIn Plattform selbst, sondern auch außerhalb – im Web.

Praktischer Ablauf: Ein Unternehmen schaltet eine Anzeige bei LinkedIn und legt fest, welche Spezialisten für die Stelle bzw. allgemein dringend benötigt werden. Mit dem Team von LinkedIn gemeinsam entscheidet das Unternhemen, welche Seiten im Web in die Kampagne einbezogen werden, sprich, wo sollen zugeschnittene Ads geschaltet werden.

Wenn man der Erläuterung von SourceCon glauben mag, verwendet LinkedIn anschließend ein Cookie auf dem Rechner seiner Mitglieder, über das bei ihrem Besuch einer in die Kampagne einbezogenen Web-Seite bestimmt wird, ob und welche Stellenangebote angezeigt werden.

Nicht Suchbegriffe, nicht Geo-Tags oder Sonstiges, sondern die LinkedIn Profile entscheiden darüber, welche Werbung bzw. Stellenangebote ein Kandidat zu sehen bekommt. Das ist DAS Neue an LinkedIns Konzept. Das Ziel – mehr relevante Klicks auf die Stellenangebote.

Bezahlt wird wohl nach dem CPM (Tausend-Kontakt-Preis).

Wann genau die beiden Produkte verfügbar sind, und ob wir in Deutschland davon profitieren werden, ist nicht ganz klar. Wir bleiben dran.

Ohne gleich euphorisch zu werden, muss ich anmerken, das ich die beiden Konzepte gut finde. LinekdIn weiß offensichtlich, wo es hingeht und kennt seine Stärken. Bei dem Innovationsgrad braucht man sich um Werbung und Marktanteile in Deutschland keine großen Sorgen zu machen. Die kommen schon von ganz alleine.

Pic: von nan palmero

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LinkedIn: Sofa-Netzwerk oder Karriereplattform?

HR & Recruitingon September 21st, 2010No Comments

Der “Boolean Blackbelt” Glen Cathey hat über Zahlen zu LinkedIn gebloggt, die er mithilfe des Web-Analytic-Tools Quantcast gewonnen hatte. Neben genauer Aufschlüsselung der US-spezifischen Nutzerverteilung wird anhand anderer Graphen eines deutlich: LinkedIn ist noch immer eher ein Social Network für Berufstätige, als ein professionell eingesetztes Businesstool.

1. LinkedIn wird meistens vom heimischen Rechner genutzt.

Das mag nicht die freie Entscheidung des Nutzers sein, da in vielen Unternehmen das Nutzen von LinkedIn während der Arbeitszeit untersagt ist und so ein sinnvoller Einsatz im Berufsalltag verhindert wird. Sollte das Zahlenverhältnis nicht eher umgekehrt sein?

2. LinkedIn-Nutzer sind im mittleren Alter und sitzen beruflich fest im Sattel

Nur ein Viertel der LinkedIn-Nutzer ist zwischen 18 und 34 Jahren alt. Und knapp 70% verdienen bereits weit über 60.000 $ im Jahr. Gerade jene Berufsein- und Aufsteiger, die sich aktiv ein Netzwerk aufbauen sollten und jeden Kontakt gut gebrauchen können, halten sich hier zurück. Ist LinkedIn also eher ein Abbild des realen Netzwerks, eine Art Facebook für Berufskontakte?

Wie soll ich mir den typischen LinkedIn-Nutzer also vorstellen? Ein Abteilungsleiter, Anfang 50, der nach Feierabend seine Kontakte durchklickt? Auf jeden Fall scheint es nicht der junge Absolvent oder Berufseinsteiger zu sein, der dort mit Begeisterung kontaktet und arbeitet. Auch in meinem persönlichen Umfeld mache ich häufig die Erfahrung, dass man mit dem Anlegen eines Xing-Profils häufig zögert, bis man dort “auch etwas vorzuweisen” hat: idealerweise einen festen Job. Das sollte natürlich nicht der Sinn einer Karriere-Plattform sein.

Pic: ghostdad

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LinkedIn wächst mit dem Vertrauen in Social Networks

Praxison Juli 6th, 2010No Comments

Mit aktuell 70 Millionen Nutzern liefert LinkedIn beeindruckende Zahlen ab. Als “reines Businessnetzwerk” verstanden sammelte LinkedIn in den vergangenen Jahren Nutzer in über 200 Ländern weltweit. Vier von zehn Nutzern suchen auf LinkedIn aktiv B2B-Kontakte und Personal. Das Netzwerk befindet sich weiter auf Wachstumskurs: Und das im Sekundentakt, wie eine aktuelle Infografik von Hubspot bei Penn Olson schön darstellt:

Auch wenn LinkedIn nicht unbedingt als klassisches Social Network bezeichnet wird (dazu überwiegt der Netzwerk-Charakter zu deutlich vor dem Sozialen), so muss es sich in Sachen Reichweite und Interaktion nicht hinter den Platzhirschen im Web 2.0 verstecken. Auch wenn der Vergleich mit Facebook müßig ist, in Bezug auf den gesellschaftlichen Impact ist er doch erlaubt:

LinkedIn schafft es, genau wie Facebook, Menschen an deren neuralgischen Punkten zu fassen. Ist es bei Facebook die komplexe Welt der persönlichen Beziehungen (gebündelt in einem Facebook-Profil), ist es bei LinkedIn die Arbeitswelt des Nutzers: Der aktuelle Arbeitgeber, die vergangenen und möglicherweise auch alle anderen geschäftlichen Kontakte. Und doch, genau da, wo man dem Internet als “unkontrollierbare Datenkrake” nicht vertraut, gelingt es, das nötige Vertrauen zu schaffen und zu beweisen, dass Business-Networking online auf ein neues Level gehoben werden kann. Effektivität, Spontanität und Reichweite gehen dabei nicht zulasten der Seriosität – ganz im Gegenteil: Es wird heute eher derjenige nach dem Warum gefragt, der noch keinen Account bei LinkedIn oder Xing hat, als derjenige, der noch in keinem Business-Netzwerk zu finden ist.

Und das auch immer mehr in einer Generation, die dem “frienden” und “liken” per Mausklick noch recht kritisch gegenüber steht. Die Gruppe der über 55jährigen ist seit Monaten die am schnellsten wachsende bei Facebook -  und dieser Trend wird zumindest in Deutschland noch ein wenig anhalten, dem demographischen Wandel sei Dank.

Die Pew-Studie “The Future of Online Socializing” zeigt große Zuversicht in soziale Netzwerke und darin, dass diese unser soziales Zusammenleben nachhaltig positiv beeinflussen werden. Die Gruppe der Befragten (Onliner, darunter auch eine Expertengruppe) sollte sich zu einem der folgenden Statements bekennen:

Die Zustimmung zu einer dieser Aussagen erfolgte oft unter verschiedensten (durchaus lesenswerten) Vorbehalten. Den vollständigen Report gibt es hier zum Download.

Seine sozialen und geschäftlichen Verbindungen online zu leben, wird – aller Sorgen zum Trotz – gesellschaftlicher Konsens werden. In diesem Sinne:

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LinkedIn-Gründer Konstantin Guericke über die Deutschland-Strategie von LinkedIn

HR & Recruiting, Praxison September 7th, 20092 Comments

Konstantin_GuerickeDer gebürtige Hamburger Konstantin Guericke ist Mitgründer von LinkedIn, dem größten internationalen Business-Netzwerk. Wir haben ihn zu LinkedIns Deutschlandstrategie, dem Wettbewerber Xing und LinkedIns Vorteilen für Personaler befragt. Herausgekommen ist ein spannendes Interview, das wir heute in voller Länge präsentieren.

1.)    LinkedIn hat im Februar seine deutsche Version gelauncht und angekündigt, bis zum Jahresende von 500.000 auf 1 Mio. Nutzer wachsen zu wollen. Was hat sich seitdem getan?

Wir konzentrieren uns auf Mundpropaganda und kümmern uns daher in erster Linie um unsere bestehenden Nutzer. Wie bei Facebook wird sich das Wachstum beschleunigen, sobald unsere Mitglieder den Mehrwert von LinkedIn besser verstehen und schätzen.

In den letzten sechs Monaten haben wir uns auf die Umsetzung von Verbesserungsvorschlägen konzentriert. So haben wir beispielsweise die Gruppenfunktionalität und die Funktion „Neues aus meinem Netzwerk“
weiterentwickelt und die deutsche Version insgesamt verbessert.

Ich habe in den letzten Monaten mit zahlreichen deutschen LinkedIn Nutzern persönlich gesprochen, um die Meinungen und das Nutzungsverhalten besser zu verstehen. Viele von ihnen sind verständlicherweise durch die Erfahrung mit Xing geprägt. Sie suchen die bereits bekannten Funktionen bei LinkedIn und nehmen neue Funktionen oft nicht sofort wahr. Unser Produktvorsprung von zwei Jahren wird daher oft gar nicht wahrgenommen. Doch sobald Nutzer die Funktionalität finden und ausprobieren, sind die vom praktischen Nutzen und der damit verbundenen Zeitersparnis positiv überrascht. Wir haben unsere erste LinkedInsiders Tagung in Köln gemacht und werden mehr im Bereich Seminaren machen.

Viele der neuen Funktionen von Xing gibt es bei LinkedIn im Schnitt schon seit zwei Jahren. Dadurch sind sie deutlich ausgereifter (z.B. Frage & Antwort, Unternehmensprofile, Status). Hinzu kommt, dass einige
Kernfunktionen von LinkedIn (z.B. mehrsprachige Nutzerprofile, Empfehlungen, Umfragen, Dienstleister-marktplatz, Schaltung von Textanzeigen) auf dem deutschen Markt immer noch einzigartig sind.

2.) Worin sehen Sie konkret den Mehrwert von LinkedIn für karrierebewußte deutsche Nutzer, grundsätzlich und im Vergleich zu Xing?

Gerade für Karrierezwecke ist ein LinkedIn Profil reichhaltiger und vertrauenswürdiger, da es nicht nur aus Eigenaussagen besteht, sondern auch beispielsweise Empfehlungen von Arbeitgebern enthält. Außerdem verfügt LinkedIn über ein Expertenmodul innerhalb der Frage & Antwort Applikation: Unter allen Antworten wählt der Frager die Beste aus. Mit dieser Funktion wird das Fachwissen von relevanten LinkedIn Mitgliedern beurteilt. LinkedIn stellt auf diese Weise Anreize, fachliche Fragen zu stellen und bei Antworten durch Qualität zu glänzen.

Ein aktuelles Profil auf LinkedIn ist außerdem wichtig, um von den richtigen Personalern und Headhuntern gefunden zu werden. Auf LinkedIn sind rund eine halbe Million Recruiter aktiv. Zudem verfügt LinkedIn in Ländern wie England, Frankreich, Niederlanden, Belgien, Polen, Schweiz und Italien laut Google Trends über die höchste Anzahl an täglichen Nutzern. Europäische Headhunter suchen hauptsächlich auf LinkedIn nach passenden Kandidaten. Wer sich also eine Karriere in Europa offen halten möchte, sollte ein sorgfältig gepflegtes LinkedIn Profil aufbauen, Empfehlungen sammeln und seine Expertise über gute Antworten zeigen. Um auch von Mitgliedern gefunden zu werden, die Suchbegriffe in einer anderen Sprache eingeben, sollte man sein LinkedIn Profil direkt in mehreren Sprachen anlegen.

3.) Worin besteht der Mehrwert von LinkedIn für deutsche Recruiter, und welche Such-Features sind im Vergleich zu Xing in Ihren Augen besonders interessant?

Wer nach Qualität sucht, wird auf LinkedIn fündig. Schließlich interessieren sich Headhunter weniger für Friseurinnen und Azubis, sondern eher für Fachkräfte im mittleren und oberen Management. Fach- und Führungskräfte, die sich beruflich auf internationalem Parkett bewegen, kommt an LinkedIn nicht vorbei, da wir mit 11 Millionen Mitgliedern das größte europäische Online-Businessnetzwerk sind. Die Kontakt-aufnahme zu anderen Mitgliedern ist auf LinkedIn nur über eine vorhergehende Anfrage und eigene Vorstellung möglich. Man kann auch nicht von unbekannten Personen in Gruppen oder zu Events eingeladen werden. Dieser Schutz verhindert, dass gefragte Führungskräfte nicht mit ungewollten Nachrichten oder Kontaktanfragen überflutet werden und in der Regel nur qualitativ hochwertige Nachrichten erhalten.

Ein effizientes und zentrales Tool für Recruiter ist unsere Suchfunktion. Sucht ein Personaler zum Beispiel nach „controller“, so bekommt er nicht nur 347.000 Ergebnisse, sondern sieht auch sofort, welche Firmen die meisten Controller beschäftigen (Siemens hat 1.050, IBM 733, Microsoft 682 und Ericsson 649), und kann die Suche dementsprechend eingrenzen. Mit zwei Klicks sieht er (oder sie!) dann die 55 Siemens Controller in München und kann dann auch direkt nachvollziehen, wie viele in dieser Auswahl vorher wo gearbeitet oder studiert haben. Das spart nicht nur Zeit sondern liefert dazu eine Menge Informationen über den Markt.

Die Suchergebnisse lassen sich auf verschiedene Arten anzeigen (z.B. nach Relevanz, Beziehung, Empfehlungen). Der Recruiter kann sich auch aussuchen, welche Profilfelder er in den Ergebnissen sehen will und sich zudem noch seine Lieblingsansicht speichern. Man spart auch Zeit, indem man sich gleich in den Resultaten anzeigen lässt, welche gemeinsamen Kontakte oder Gruppen man zum Beispiel mit interessanten Kandidaten hat. Über die Profile kann man zudem mehr über die Arbeitgeber erfahren, zum Beispiel wo ein Kandidat arbeitet oder gearbeitet hat. Mit einem Klick gelangt man auf die jeweiligen Unternehmensprofile, die neben den gut strukturierten Daten aus den Profilen der Mitarbeiter auch externe Daten wie z.B. Unternehmens-beschreibungen, Unternehmens-nachrichten, Mitarbeiterzahlen, Aktienkurse und Umsatzzahlen enthalten. Alle diese Funktionen sowie Suchaufträge stehen allen Migliedern im Rahmen der kostenlosen LinkedIn Mitgliedschaft voll zur Verfügung.

4.) Nach den mir vorliegenden Zahlen von heute morgen, hat LinkedIn derzeit 518 Tausend Mitglieder in Deutschland. Welche Maßnahmen planen Sie, um die deutsche Nutzerbasis zu verbreitern?

Ich glaube, dass die acht Prozent der Xing Mitglieder, die die kostenpflichtigen Xing Premiumdienste nutzen, sich früher oder später sicher bei LinkedIn zumindest ein zweites Standbein aufbauen werden, da sie Online-Networking schätzen und der Aufwand gering ist. Schließlich können sie ihre Xing Kontakte als VCF Datei herunterladen und bei LinkedIn hochladen. Zudem bietet LinkedIn auch eine Funktion, Lebensläufe zu importieren.

Noch interessanter sind für uns aber die 92 Prozent der Xing Mitglieder, die durch ihre Basismitgliedschaft bei Xing so stark eingeengt sind, dass sie dort nur geringen Nutzen haben. Für die Fach- und Führungskräfte dieser 7,3 Millionen Menschen ist LinkedIn ideal, da 80 Prozent der Xing Premiumdienste (z.B. volle Suchfunktion, Ansprache von Kontakten zweiten und dritten Grades, Direktansprache von Gruppenmitgliedern, Nachrichten an eigene Kontakte, wer das eigene Profil angesehen hat, Powersuche nach Kollegen, Statusmeldungen, unbegrenzte Nachrichten aus dem Netzwerk, Kontaktlistenexport, Stellenanzeigen, Dateianhänge) bei LinkedIn vollkommen kostenlos sind.

Aus meinen Gesprächen mit deutschen Nutzern geht ganz klar hervor: In Deutschland nehmen die Nutzer an, dass LinkedIn ähnlich aufgebaut ist wie Xing und dass der Service ohne Premium-Mitgliedschaft nicht vernünftig nutzbar ist. Aber das ist falsch. Bei LinkedIn können auch Basismitglieder fast alle Funktionen kostenlos nutzen .

Ich bin mir sicher, dass LinkedIn aufgrund des besseren Schutz der Privatsphäre weiterhin Leute anspricht, für die Xing einfach ein zu offenes System ist, oder denen Xing nicht effizient und direkt genug auf Business-Ziele eingeht. LinkedIn ist seit über drei Jahren profitabel und verfügt mit 45 Millionen Mitgliedern über die mit Abstand größte Umsatzbasis. Nutzer aus Deutschland, Österreich und der Türkei werden sich langfristig nicht mit einer Insellösung zufrieden geben, sondern dort aktiv sein, wo es die meisten Arbeitgeber, Headhunter, Investoren und Kunden gibt. Und diese drei Länder ausgenommen, liegt LinkedIn in allen anderen europäischen Ländern in der täglichen Nutzung vor Xing.

5.) Sie betonen in Interviews immer wieder das organische Wachstum von sozialen Netzwerken, Xing dagegen unterhält seit längerem eine umfassende Werbekampagne und verzeichnet starken Zuwachs. Planen Sie konkrete Maßnahmen, um die Stärken von LinkedIn in Deutschland offensiver zu kommunizieren oder werden Sie an Ihrer werbefreien organischen Wachstumsstrategie festhalten?

Massive Werbekampagnen sind nicht immer das beste Mittel, um Mitglieder zu gewinnen. Trotz starker Werbekampagnen und dem Aufkauf von mehreren internationalen Netzwerken verlangsamt sich das Wachstum von Xing in Deutschland kontinuierlich. Aus den von Xing selbst veröffentlichten Zahlen geht hervor, dass Xing im zweiten Quartal nur 166.000 deutsche Mitglieder weben konnte. Das ist im Vergleich zu den zwei vorherigen Quartalen ein Abfall von 17% an neuen Mitgliedern. Im zweiten Quartal kamen bei Xing nur noch 29.000 neue Premiummitglieder hinzu — das ist gegenüber dem Vorquartal ein Einbruch um 48% und die niedrigste Anzahl in zwei Jahren.

Vielleicht wäre Xing ohne die massive Werbekampagne noch stärker eingebrochen, aber wir sehen die Resultate als Bestätigung, dass neue Mitglieder nicht käuflich sind und dass sich im Markt etwas ändert: Seit Februar gibt es mit einem deutschsprachigen LinkedIn Auftritt zum ersten Mal eine echte Alternative. Und Konkurrenz ist für Endanwender sicher ein Vorteil. Wir werden in Zukunft noch intensiver mit unseren eigenen Mitgliedern online und offline kommunizieren. Wenn mehr Mitglieder die Vorzüge von LinkedIn kennen und schätzen, dann werden sie auch ihre eigenen Kontakte einladen — zumal man wesentlich mehr Wert aus LinkedIn schöpft, wenn man mit seinen eigenen Kontakten auf LinkedIn verbunden ist .

Zwei Jahre Produktvorsprung und die Möglichkeit, 80 Prozent der Xing Premiumdienste bei LinkedIn kostenlos nutzen zu können sind aus meiner Sicht gute Gründe, LinkedIn bei den eigenen Kontakten bekannt zu machen.

6.) LinkedIn hat vor einigen Tagen eine Kooperation mit SAP bekannt gegeben. SAP-Kunden erhalten im Rahmen dieser Kooperation einen vergünstigten Zugang zum Recruiter Basic Starter Package. Ist dies lediglich eine Folge des 23 Mio. Investments von SAP Ventures bei LinkedIn oder planen Sie im Recruiting-Bereich zukünftig auch die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen?

SAP ist – wie übrigens auch die Samwer Brüder – in LinkedIn investiert, aber diese Kooperation kommt aus einer anderen Ecke. Als internationales Unternehmen ist LinkedIn unter SAP Mitarbeitern natürlich sehr beliebt. Aber noch wichtiger war das Netzwerk von SAP-Beratern. Da 140.000 SAP-Berater bereits ihr professionelles Profil bei LinkedIn pflegen, war LinkedIn einfach die erste Wahl für SAP, um ihre Channel Partner beim Recruiting zu unterstützen. Business ist heutzutage eben international.

Wir planen weitere Partnerschaften, da sie uns eine gute Möglichkeit bieten, den Bekanntheitsgrad von LinkedIn zu steigern. Und die Idee, sich über Vorstellung eines gemeinsamen Kontaktes miteinander zu vernetzen, ist ja auch tief in der Gründungsidee von LinkedIn verankert.

7.) Planen Sie das Recruiter-Modul, das in den USA bereits seit längerem angeboten wird, auch in einer deutschen Version anzubieten bzw. die englischsprachige Version hierzulande stärker bekannt zu machen? Planen Sie die Einführung anderer Neuerungen, die für deutsche Recruiter interessant sind?

Ja, die LinkedIn Talent Advantage Anwendungen gibt es schon seit über zwei Jahren und bringen größeren Recruiting-Organisationen einen echten Mehrwert. Sie werden von Headhunting-Firmen ab zehn Mitarbeitern genutzt, um die Effizienz zu steigern und Kandidaten besser zu verwalten. Solche Firmenlizenzen bringen uns weltweit guen Umsatz und sind zusammen mit Werbung für uns eine wichtigere Umsatzquelle als Premium-Mitgliedschaften. Sobald Umsatz in Deutschland im Vordergrund steht, werden wir auch eine deutsche Version von Talent Advantage anbieten. Aber mein Eindruck ist, dass Recruiter in größeren Firmen auch mit der englischen Version ganz gut zu Recht kommen und deutsche Organisationen daher lieber zusätzliche Funktionen auf Englisch hätten als die gleichen Funktionen auf Deutsch.

Wir bedanken uns herzlich für das offene und ausführliche Gepräch.

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Deutsche Nutzer bei XING, LinkedIn & Facebook – ein Vergleichsversuch

Praxison Juli 30th, 20095 Comments

Ursprünglich wollten wir in diesem Artikel eine vergleichende Untersuchung der Sozialen Netzwerke XING, LinkedIn und Facebook anhand ihrer Nutzerzahlen in Deutschland in den Jahren 2008 und 2009 vornehmen. Die statistischen Momentaufnahmen sollten auf absoluten Zahlen basieren und eine Altersklassifizierung enthalten. Ziel der Untersuchung war es, dass Wachstum einzelner Altersgruppen zu analysieren, um so auf die zukünftige Bedeutung der Netzwerke, einzeln und im gegenseitigen Vergleich, für die aktive Personalsuche schließen zu können. Das Ergebnis fällt leider sehr dürftig aus, was zum Glück nicht an unseren statistischen Fähigkeiten sondern an der verfügbaren Datenbasis liegt. LinkedIn musste aufgrund des Fehlens jeglicher Nutzerzahlen für Deutschland unberücksichtigt bleiben.

XING

Die Xing-Daten zu den Altersgruppen sind mit Vorsicht zu genießen, da Xing selbst lediglich Gesamt-Nutzerzahlen publiziert. Die absoluten Anteile der Altersgruppen haben wir anhand der Angaben von Xings Werbeflächenvermarkter berechnet. Die Ergebnisse sind statistisch allerdings fragwürdig, da die von adconion angegebene Altersstruktur keine Aussage über den Zeitpunkt der Erhebung enthielt. Um zumindest eine ungefähre Vorstellung der absoluten Größe der Altersgruppen zu gewinnen, waren wir gezwungen die angegebene Altersstruktur auf beide Gesamtmengen anzuwenden. Veränderungen der Altersstruktur, welche internationale Zahlen nahe legen, lassen sich leider nicht erkennen.

xing-nutzerzahlen

Aufgrund der schwachen Zahlenbasis lässt sich aus diesen Zahlen nur schließen, dass Xing seine Nutzerbasis in Deutschland im Vohrjahresvergleich um rund 40 Prozent steigern konnte. Eine Aussage über die Qualität dieser Steigerung aus Recruiting-Perspektive kann nicht getroffen werden.

Facebook

Facebook gibt Nutzern als Entscheidungshilfe bei der Werbeplanung die Möglichkeit Zahlen für einzelne Altersgruppen zu berechnen, jedoch handelt es sich auch hier um Schätzwerte. Die Vergleichszahlen vom Juni 2008 stammen vom E-Marketing Blogger Monty C.M. Metzger.

facebook-nutzerzahlen

Facebook begeistert mit hohen Zuwachsraten in allen Altersgruppen und ließe das Recruiter-Herz höher schlagen, wäre es nicht so kompliziert zu durchsuchen.

Fazit

Das Hauptfazit liegt darin, dass es zwei von drei Netzwerken, und zwar ausgerechnet die “Business”-Netzwerke Xing und LinkedIn, nicht für nötig halten, ihren Nutzern solides Zahlenmaterial zur Untermauerung wirtschaftlicher Entscheidungen an die Hand zu geben.

Besonders enttäuschend ist dies im Fall von Xing, die seit längerem versuchen sich als Recruiting- Plattform zu positionieren. Skeptische Zeitgenossen könnten zu der Schlussfolgerung gelangen, dass die “qualitative” Entwicklung aus der Recruiter-Perspektive weniger positiv ist, als das Mitgliederwachstum an sich.

Nachtrag 04.08.2009:

Gestern, am 03.08.2009, hat die XING AG eine Pressemitteilung zu der Enwticklung der Nutzerzahlen veröffentlicht. Seit Beginn des Jahres sollen 1 Mio. neue Nutzer dazu gekommen sein. Ihre Gesamtzahl stieg auf über 8 Mio.  (3,4 Mio. im deutschsprachigen Raum) an. Die Veröffentlichung der Gesamtzahlen kommt rechtzeitig und bestätigt das starke Wachstum. Aktuelle Statistiken zu Alters- und Ausbildungsstruktur fehlen jedoch weiterhin.

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