13. März 2012 von 3 Kommentare in Social Web

Studie zur Google-Nutzung: Datenschutz vs. Relevanz

google suche Studie zur Google Nutzung: Datenschutz vs. Relevanz

Google arbeitet fleißig daran, seine Suchergebnisse immer weiter zu personalisieren. Das soll dem Benutzer “bessere” (zu seinem Profil passendere) Inhalte zu seinen Suchanfragen präsentieren. Eine Voraussetzung dafür ist es natürlich, entsprechende Daten zu jedem Benutzer zu sammeln. Das geschieht über Abfrage von Cookies, Standort und natürlich dem Google-Profil des eingeloggten Users. Verbunden mit optimierten Suchergebnissen sind selbstredend auch optimierte Einblendungen der Google-Ads. Je größer die Wahrscheinlichkeit, dass diese mein Interessenfeld treffen, desto höher die Klickrate.

Was für die einen eine willkommene Anpassung der eigenen Online-Umgebung ist, ist für die anderen ein Problem. Die Bereitschaft, sein Surfverhalten oder Vorlieben zur Profilbildung zur Verfügung zu stellen, ist nach wie vor äußerst gering, und das nicht nur im datenschutzsensiblen Deutschland. Der aktuelle Pew-Report “Search Engine Use 2012″ zeigt, dass es auch in den USA große Vorbehalte gegen personalisierte Suchen gibt:

google suche11 Studie zur Google Nutzung: Datenschutz vs. Relevanz

An anderer (meines Erachtens nach sehr viel berechtigter) Kritikpunkt, ist der Aufbau einer Filterbubble, dem Einschränken des Blickwinkels, durch die Vor- und Ausfilterung von Ergebnissen, die Google aufgrund persönlicher Daten als irrelevant einstuft:

google suche2 Studie zur Google Nutzung: Datenschutz vs. Relevanz

Ironischerweise, sind die Nutzer mit den Jahren immer zufriedener mit ihren Suchergebnissen und finden meistens, was sie suchen:

google suche3 Studie zur Google Nutzung: Datenschutz vs. Relevanz

Auch die Qualität der angezeigten Inhalte wird als besser empfunden.

google suche4 Studie zur Google Nutzung: Datenschutz vs. Relevanz

Was hier leicht übersehen wird: Diese Qualitätssteigerung steht in einem engen Zusammenhang mit 1. den personalisierten Suchergebnissen und 2. den Verbesserungen des Google-Algorithmus aufgrund von Erkenntnissen aus dieser Personalisierung. Ich persönlich bin gerne bereit, Google etwas über meine Interessen zu verraten, wenn ich dafür von Inhalten verschont werde, die absolut nichts mit meiner Lebenswelt zu tun haben. Und wenn ich mal eine völlig saubere Google Abfrage brauche nutze ich impersonal.me. Dieser (absolut empfehlenswerte) Dienst liefert einem unpersonalisierte Suchergebnisse, ohne dass man sich ausloggen und den Browsercache leeren müsste.

Pic: cdrake2 (CC BY 2.0)

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Tobias Kärcher

Tobias ist unser kreativer Kopf. Er kümmert sich um Konzepte, Kreation und betreut unsere Agenturprojekte.

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  • http://www.techbanger.de/ Oliver Springer

    Ganz richtig, es wird übersehen, dass Google gerade deshalb so gut geworden ist, weil es so viele Daten ausgewertet hat bzw. auswerten kann.

    In letzter Zeit übertreibt es Google allerdings und verschlechtert die Suchergebnisse meiner Ansicht nach wieder. Für unerfahrene Nutzer mag die Bevormundung eine Hilfe sein, aber wer sich auskennt, möchte nicht, dass Google ihm das zeigt, was er aus Sicht von Google vermutlich finden möchte – sondern das, was er eingegeben hat.

    Für den Anfang wäre ich ja schon zufrieden, wenn man vor Beginn einer Suche zumindest über einen Button oder ein Häkchen auswählen könnte, nicht personalisierte Ergebnisse zu erhalten. Stattdessen hat Google zuletzt aber die Möglichkeiten zur vorherigen Filterung beschränkt. An die gewünschten Ergebnisse zu kommen, ist jetzt umständlicher als vorher.

    Die Personalisierung der Suche sollte ein Angebot sein, dass man auch ohne Probleme ablehnen kann.

    • http://www.wollmilchsau.de/ Tobias Kärcher

      Dem stimme ich so 100%ig zu. Dieser Button soll ja kommen.

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